Aus dem Amerikanischen von Alexander Pechmann. Für Herman Melville waren die bedeutendsten Schriftsteller der Weltliteratur vor allem eines: Meister in der großen Kunst, die Wahrheit zu sagen. Mit "Moby-Dick" stellte er seine eigene Meisterschaft unter Beweis, doch auch seine essayistischen
Arbeiten, die hier zum Teil erstmals auf Deutsch und sorgfältig kommentiert präsentiert werden, sind selbstbewusste Annäherungen an dieses hohe Ideal. Es sind Texte über Walfang, amerikanische Literatur, Südseereisen und antike
Skulpturen, Texte über alles Mögliche, in denen sich in jeder Zeile mit großer Leidenschaft Melvilles Zivilisationskritik, sein Idealismus, seine Ironie und ein vom demokratischen Gedanken durchdrungenes Kunst- und Kulturverständnis ausspricht.
Rezensentin Sabine Peters meint, dass man sich von dem pathetisch anmutenden Titel dieser Essaysammlung nicht abschrecken lassen dürfe: Was Melville in den Buchbesprechungen, Erörterungen, Briefen und Vorträgen liefere, sei frisch und unverstellt. Der Autor lade voller Tatendrang dazu ein, die Welt als radikal neu zu entdecken, etwa wenn er von seinen Reisen berichte, aber er bewahre auch immer eine kritische Distanz, die ihn als Schriftsteller gegenüber vielen Zeitgenossen heraushebe, so die faszinierte Kritikerin. Peters liest die Texte als Ausdrücke eines ehrlichen Ideals, Literatur zu schreiben, "die keine Kompromisse eingeht" - weder beschönigend noch relativierend - und fühlt sich dadurch auch heute noch mitgerissen.
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