Jonathan Lethem

Der Fall Brooklyn

Roman
Cover: Der Fall Brooklyn
Tropen Verlag, Stuttgart 2025
ISBN 9783608502442
Gebunden, 448 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Gunkel. Die Dean Street in Brooklyn ist mehr als eine Straße. Hier werden Träume wie harte Währung gehandelt, treffen reiche Kids auf Jungs aus der Hood und große Verbrechen auf kleine Gaunereien. Jonathan Lethem erzählt die wechselvolle Geschichte von einer der hippsten Straßen New Yorks. Ein Blick hinter die Kulissen einer Stadt und einer Zeit, in der vieles immer stärker zur bloßen Fassade gerät. Die Dean Street gleicht einer Bühne. Täglich wird hier ein Tanz aus Macht, Geld und Gewalt aufgeführt. Wem gehört das Pflaster? Wer zahlt den Preis fürs Überleben? Einmal wird ein Kind am Eisstand Zeuge einer Schießerei, ein anderes Mal wird ein paar Blocks weiter ein anderes Kind dabei erwischt, wie es im Kiosk ein Erwachsenenmagazin mitgehen lässt. Rivalisierende Gangs streiten sich über das Recht, wer in der Straße Hockey spielen darf, um die Ecke wirft jemand versehentlich einen Baseball in die Windschutzscheibe eines Autos. Doch hinter all diesen Ereignissen lauern immer andere Strippenzieher: Eltern, Polizisten, Vermieter und diejenigen, die in der Stadt die Schlagzeilen und Gesetze schreiben. Sie alle prägen dieses Viertel, seine Geschichte und seine Gegenwart

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.03.2025

Jonathan Lethem kehrt mit seinem neuen Buch in die Dean Street in Boerum Hill, Brooklyn, zurück, in der er selbst aufgewachsen ist und der er mit "Fortress of Solitude" schon einen vielbeachteten Roman gewidmet hat, hält Kritikerin Isabella Caldart fest. Diesmal sei aber weniger Verklärung am Werk, als vielmehr eine formal aufregende Betrachtung des wahren Brooklyn, das Kleinkriminalität, Rassismus, Gentrifizierung, aber "eben auch die normale Welt" vereine. Seine Figuren gebe Lethem diesmal keine richtigen, sondern Spitznamen: wir begegnen dem "Brazen-Head-Schwätzer" oder der "Schreierin". Auch ein Alter Ego schreibt Lethem hier hinein, einen Schriftsteller, dem am Ende der Vorwurf gemacht wird, er habe die "Gentrifizeirung gentrifiziert" - "das vielleicht größte Verbrechen im Roman", merkt Caldart an  - für sie ist hier eine Widmung ans echte Brooklyn entstanden, "lebendig" und authentisch auch durch die ausführlichen Recherchen, die der Autor im Vorfeld betrieben habe.

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