Herfried Münkler beschreibt den Wandel vom klassischen Krieg zwischen Staaten zu neuen Kriegsformen, in denen substaatliche Akteure zu Herausforderern des früheren Kriegsmonopolisten Staat geworden sind. Mit diesem Wandel haben sich nicht nur die sicherheitspolitischen Arrangements verändert, sondern es haben auch die völkerrechtlichen Regelungen, die auf den klassischen Staatenkrieg bezogen waren, an Kraft verloren. An ihre Stelle ist eine Konfrontation von Konzeptionen des "gerechten Krieges" mit solchen des "heiligen Krieges" getreten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2006
Aufschlussreich findet Ulrich Teusch dieses Buch zum Gestaltwandel des Kriegs, das Herfried Münkler vorgelegt hat. Der Grundgedanke des Autors scheint ihm durchaus plausibel: Die klassischen zwischenstaatlichen Kriege werden danach mehr und mehr durch neue Formen des Krieges abgelöst, bei denen Warlords, Guerillagruppen, Söldnerfirmen, internationale Terrornetzwerke an die Stelle von Staaten treten. Die sechzehn Aufsätze des Bandes widmen sich aber nicht nur diesem Phänomen, sondern umfassen ein breites thematisches Spektrum. Neben Studien zum Ersten Weltkrieg und zu Clausewitz nennt Teusch hier Beiträge zu den Zeitrhythmen des Krieges, zum Terrorismus als moderner Variante des klassischen Verwüstungskrieges und zu aktuellen Fragen der deutschen und der europäischen Sicherheitspolitik. Teusch unterstreicht zudem Münklers Auseinandersetzung mit seinen Kritikern, die seine Konzepte und die politisch-praktische Relevanz seiner Thesen in Frage stellten. Allerdings kann er die Einwände nach Ansicht von Teusch nicht völlig entkräften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2006
Fasziniert zeigt sich Rezensent Klaus Hildebrand von Herfried Münklers Studie über die Veränderung militärischer Auseinandersetzungen in der europäischen und amerikanischen Geschichte. Besonders interessieren Hildebrand Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Konfliktphänomene wie dem klassischen Waffengang einerseits und dem modernen globalen Terrorismus andererseits. Aufschlussreich findet er hier die Kategorien der symmetrischen und der asymmetrischen Kriegsführung, die Münkler eingeführt hat. Sie machen für ihn auch die These des Politikwissenschaftlers vom Ende des klassischen Staatenkriegs verständlich. Hildebrand unterstreicht in diesem Zusammenhang Münklers Feststellung, asymmetrische Formen der Kriegsführung habe es seit eh und je gegeben. Den modernen Terrorismus betrachte der Autor etwa als Fortentwicklung des spanischen Partisanenkriegs gegen die Napoleonische Besatzung. Abschließend bescheinigt Hildebrand dem Autor, sein Thema "belesen und scharfsinnig", "mit historischem Tiefenblick und aktuellem Bezug" und "auf anregende Art und Weise" abzuhandeln.
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