Henning Schmidt-Semisch fragt, inwieweit Kriminalität zukünftig nicht als die Ausnahme, sondern als versicherbares, d.h. kalkulierbares Risiko angesehen werden kann. Dies wäre neben dem Strafrecht eine weitere Methode, mit dem Risiko Kriminalität gekonnt und sozial umzugehen. Ist es möglich, Kriminalität in erster Linie vom Schaden und damit vom Risiko her zu denken? Sollte der Versicherung eine wichtige Rolle bei der Bearbeitung dieser Schäden aus Kriminalität zukommen? Könnte dies wiederum zu einem Weniger an staatlich verordneter Strafe führen? Der Autor macht Vorschläge, wie zukünftig die strafrechtliche Bearbeitung bestimmter Konflikte in versicherungsmäßige Verarbeitungen transformiert werden könnte.
Eine "Pflichtversicherung gegen die quasi schicksalhaften Kriminalitätsschäden" schlägt Autor Henning Schmidt-Semisch vor und Rezensent Christian Rath wertet dieses Ansinnen primär positiv. Allerdings gehöre Schmidt-Sämisch zu den sogenannten Abolitionisten, die eine staatliche Bestrafung mit Ausnahme von Gewaltverbrechen grundsätzlich ablehnen. Obwohl die Alternative von Versicherung oder Strafrecht den realen Gegebenheiten nicht entspricht, sieht Rath ein Potential für die geforderte Versicherung. Daher erstaunt es ihn auch nicht, dass Schmidt-Semischs "radikale und theoriebeladene Studie" beim versicherungsnahen Gerling Akademie Verlag erschienen ist. Eine solche Versicherung beinhalte jedoch "für die Opfer eine eher demütigende Perspektive", wie Rath anmerkt. Insgesamt sehen sowohl der Autor als auch der Rezensent die Möglichkeit "einer Verschlechterung der Situation - sowohl für die Opfer wie auch für die Personen, die als potentielle Straftäter angesehen werden", sollte die vorgeschlagene Versicherung in die Tat umgesetzt werden.
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