Daniel Litvin

Weltreiche des Profits

Die Geschichte von Kommerz, Eroberung und Globalisierung
Cover: Weltreiche des Profits
Gerling Akademie Verlag, München 2003
ISBN 9783932425516
Gebunden, 414 Seiten, 29,60 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz und Karin Miedler. Litvins Buch erzählt vom Kampf der Kulturen, der ausbrechen kann,wenn mächtige Wirtschaftsgebilde in weniger entwickelten Ländern aktiv werden. Zahlreiche Beispiele aus den letzen vier Jahrhunderten illustrieren die hochkomplexe Situation, der sich westliche Unternehmen und Gastländer gegenübersehen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.11.2003

Mit diesem Buch, so Rezensent Hermannus Pfeiffer, legt der Philosoph und Journalist Daniel Litvin eine "fundierte Geschichte des Kommerzes und der Globalisierung" vor, die voller "üblicherweise vergeblicher" Versuche steckt, "das Eindringen in die fremde Kultur zu meistern". Auf einer "reizvollen Reise" durch die Zeit, entwickle Litvin, der früher politischer Berater des Bergwerksunternehmens, Rio Tinto war, seine Analyse an multinationalen Riesen wie etwa der britischen "Ostindienkompanie" oder "Nike". Der Rezensent hat zwei zentrale Einsichten bei Litvin gewonnen: dass es keine allgemeingültige Verhaltensregel für ein international expandierendes Unternehmen geben kann, und dass somit multinationale Investitionen immer "unsicherer und prekärer" sind. Daher, so Litvins Empfehlung, sollte jedes Unternehmen "Kultur, Politik und Soziales des Fremden kennen lernen, ernst nehmen und erst danach handeln". Denn wie auch das Beispiel "United Fruit" zeige, sei es letztlich immer das Zusammentreffen vom "Nationalen auf das Internationale", das zu Verwicklungen führe, "ein letztlich unlösbarer, aber auch untrennbarer Zusammenhang".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

Transnationale Unternehmen benehmen sich oft wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen, wie Daniel Litvin in seinem Buch "Weltreiche des Profits" berichtet. Seine Analyse transnationaler Unternehmen fällt nach Einschätzung von Rezensentin Christiane Grefe hart aus: unfähig, das kulturelle, soziale und politische Umfeld fremder Gesellschaften zu verstehen, operierten sie schnell und stark, seien "aber ungeeignet für die Feinarbeit" (Litvin). Dabei zieht Litvin, so Grefe, eine ungebrochene Entwicklungslinie von der Kolonialzeit bis heute. Auf 400 Seiten erzähle Litvin lauter Unternehmenskrimis. Etwa wie die South Africa Company des Cecil Rhodes auf brutale Weise die Wirtschaftskultur der Matabele und Shona zerstörte. Sein Buch ende mit einem Plädoyer an die Regierungen im Westen und in den Gastländern, zu ihrer Verantwortung zu stehen, ein soziales Umfeld für Investitionen zu schaffen. Alles in allem hätte sich Grefe manchmal eine "genauere Reflexion" der historischen Parallelen gewünscht. Bedauerlich findet sie zudem, dass Litvin darauf verzichtet, die entwicklungspolitische Bedeutung transnationaler Unternehmen zu analysieren.
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