Hendrik Otremba

Kachelbads Erbe

Roman
Cover: Kachelbads Erbe
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2019
ISBN 9783455006186
Gebunden, 432 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Wenn die Sprache an ihre Grenze kommt, betreten wir eine neue Welt.Los Angeles, Mitte der 1980er Jahre. Der deutsche Auswanderer H.G. Kachelbad friert für das kryonische Unternehmen Exit U.S. Menschen ein, die in ihrer Gegenwart nicht mehr leben können. Bald scharen sich ein abgehalftertes Schriftstellergenie, eine ukrainische Wissenschaftlerin, ein vietnamesischer Auftragskiller und andere skurrile Gestalten um Kachelbad. So unterschiedlich ihre Motivationen auch sind, alle "kalten Mieter" hegen die Hoffnung, eines Tages wieder auf getaut werden zu können. Vom jüdischen Wien der Jahrhundertwende bis ins schwule New York der frühen 1980er Jahre nimmt uns Hendrik Otrembas zweiter Roman mit auf eine Reise in die Vergangenheit, um über die Zukunft nachzudenken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.08.2019

So ein Buch hat Katharina Granzin noch nicht gelesen. Hendrik Otremba Erzählung um das Thema Kryonik mag laut Granzin zwar mit dem Möglichen spielen, realistisch aber ist er deswegen noch lange nicht. Wie der Autor seinen Text "strahlenförmig" um seine Hauptfigur Kachelbad anordnet, achronologisch die Lebensgeschichten einer Handvoll von eingefrorenen Toten erzählend und dabei allerhand Vorstellungen von der Apokalypse aufrufend, scheint Granzin so rätselhaft wie reizvoll. Dazu trägt bei, dass Otremba eine klare Prosa schreibt, die sich zu surrealen Bildern aufschwingt, wie Granzin feststellt. Ein Text, der Fragen stellt, aber keine Antworten gibt, das muss der Leser aushalten, warnt Granzin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.08.2019

Rezensent Gerrit Bartels ist das Erzählen des Musikers Hendrik Otremba sympathisch. Wenn der Frontmann der Band Messer in "Kachelbads Erben" von Menschen erzählt, die sich nach dem Tod einfrieren lassen, dann geht es Otremba nicht um die Zukunft, betont Bartels, sondern um die Vergangenheit. Was waren das für Leben, die hier kryonisch konserviert werden? Der Rezensent macht klar, dass er hier keine große Literatur gelesen hat, aber er mochte die Figuren, deren Gedanken vor allem um die Liebe kreisen und um das Schreiben über die Liebe.