Übersetzung: Milena Adam. Das New York der Zweitausender: Die erste grüne Präsidentin der USA feiert ihren Siegeszug, die Gesellschaft gibt sich offen und integrativ, die Sommerabende sind lau und die Stadt zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Ben und Kate, die sich gerade auf einer Party ineinander verliebt haben, blicken mit rechtmäßigem Optimismus in die Zukunft. Alles wäre wunderbar, wären da nicht immer noch diese Anomalien. Seit ihrer Kindheit führen Kates wiederkehrende Träume sie ins mittelalterliche England. Pest und Verderben suchen das Land heim und sie wird nicht nur von düsteren Visionen geplagt, sondern auch von einem geltungssüchtigen Dichter namens William Shakespeare. Immer wieder bekniet er sie, einen berühmten Schriftsteller aus ihm zu machen, damit man sich in der Zukunft, aus der sie schließlich kommt, an ihn erinnere. Seit sie Ben kennengelernt hat, werden die Träume intensiver. Doch nicht nur das. Auch ihre Umgebung in New York verändert sich plötzlich: In ihrer Wohnung hängen Bilder an der Wand, die sie noch nie gesehen hat, und in der Nachbarschaft scheinen über Nacht völlig neue Gebäude zu wachsen..
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.10.2020
Rezensent Martin Krumbholz hält es eigentlich für ambitioniert, einen Roman über eine schizophrene Frau zu schreiben, die sich abwechselnd in der New Yorker Gegenwart und im elisabethanischen England wähnt. Allerdings erweisen sich die Ebenen der Realität und des Wahns dem Kritiker zufolge nach und nach als nicht trennscharf. Für Krumbholz ist das "dramaturgischer Hokuspokus", von dem er nicht irregeführt werden will. Außerdem erscheinen ihm die Schwierigkeiten, auf die die Protagonistin in ihrer Liebesbeziehung stößt - ihr Freund versucht sie vor sich selbst zu retten und scheitert damit - viel zu erwartbar. Insgesamt empfand er den Roman als holprigen Genremix, dessen Ende er mit Freude entgegengesehen hat.
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