Aus dem Spanischen von Lutz Kliche. Herausgegeben von Ilija Trojanow. "Die Rache der Mercedes Lima" verschränkt einen tragischen Vater-Sohn-Konflikt mit der jüngsten Landesgeschichte.
Guatemala-Stadt, Ende der 1980er Jahre: Der Geschichtsprofessor Daniel Rodríguez Mena wird auf offener Straße erschossen. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne. Es herrscht Bürgerkrieg, täglich verschwinden oder sterben Menschen. Wie unzählige andere bleibt auch dieser Mord ungeklärt.
Etwa 25 Jahre später bemerkt sein Sohn Alberto im Supermarkt eine Frau, die er sofort wiedererkennt: Mercedes Lima, eine ehemalige Studentin seines Vaters. Schlagartig kehrt die Erinnerung an dessen gewaltsamen Tod zurück und er beschließt, ihr zu folgen - ist sie doch die Einzige, die die Hintergründe kennen könnte. Nie hat Alberto erfahren, ob sein Vater von der Junta exekutiert oder Opfer eines Eifersuchtsdramas wurde, in das auch eine junge Frau mit "sehr langem, schwarzem und glänzendem Haar" verwickelt war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2017
Hans Christoph Buch bekommt mit dem Roman von Arnoldo Galvez Suarez eine weitere Kostprobe der lateinamerikanischen Fortentwicklung des Magischen Realismus a la Bolano. Gewürzt mit "Sex and Crime" und garniert mit Cliffhangern erzählt ihm der guatemaltekische Autor von der politischen und gesellschaftlichen Abwärtsspirale in seiner Heimat, politisch wach und erzählerisch komplex, mit mehren Zeitebenen und einer Vielzahl von Figuren. So komplex, dass Buch auf die Handlung nicht weiter eingehen möchte und lieber eine Stilprobe gibt, an der für ihn deutlich wird, wie meisterlich der Autor anhand von willkürlich gewählten Details den Niedergang seines Landes zu exemplifizieren weiß.
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