Helmut Krausser

Zwei ungleiche Rivalen

Puccini und Franchetti
Cover: Zwei ungleiche Rivalen
C. Bertelsmann Verlag, München 2010
ISBN 9783570580110
Gebunden, 224 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Baron Alberto Franchetti war Giacomo Puccinis größter Rivale. Mit Opern wie "Asrael", "Cristoforo Colombo" oder "Germania" feierte er internationale Erfolge und galt als Verdis Nachfolger. Was seine Vorliebe für Automobile und seine Erotomanie angeht, übertraf er Puccini noch um ein Vielfaches. Während dieser mittellos geboren wurde, entstammte Franchetti einer der reichsten Familien Italiens. Seine Duelle, Autorennen und skandalösen Ehen füllten die Klatschspalten der italienischen Presse. Doch während sich Puccinis Ruhm stetig steigerte, sank Franchettis Stern plötzlich ohne erkennbaren Grund. War es das Aufführungsverbot der Faschisten oder waren es die sinistren, an Wagner erinnernden Kompositionen, die ihn ins Abseits führten, während Puccinis luzide Opern noch heute in aller Welt aufgeführt werden?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2011

Nicht ganz glücklich ist Rezensent Michael Stallknecht mit Helmut Kraussers Doppelbiografie "Zwei ungleiche Rivalen Puccini und Franchetti". Das Buch scheint ihm zwar recht unterhaltsam - schon weil die Biografie des heute weitgehend vergessenen Komponisten Alberto Franchetti, für den Krausser sich einsetzt, einem packenden Roman gleicht. Allerdings will vorliegendes Werk zu Stallknechts Bedauern kein Roman sein, sondern ein Sachbuch. Das hält er für problematisch, will Krausser doch seine Quellen meist nicht offenlegen. Zudem vermisst er eine echte musikalische Argumentation und musikästhetische Einordnung des Komponisten. Diese wäre in seinen Augen aber nötig gewesen, um Franchetti ernsthaft als Komponisten zu rehabilitieren. Des Weiteren setzt der Rezensent hinter die Rivalität zwischen Puccini und Franchetti, die Krausser sehen will, ein deutliches Fragezeichen. Er versteht, was Franchetti für Krausser so faszinierend macht: das große Pathos seines Werks. Gleichwohl hat er einige Zweifel, was die Meisterschaft dieses Komponisten angeht. Am Ende aber erklärt er sich bereit, seine Ohren für Franchettis Musik nochmal öffnen, im Gegenzug erhofft er sich von Krausser einen echten Franchetti-Roman.

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