Kunstliebhaber und Romantiker, Narzisst und Machtmensch - der Kunstberater Helge Achenbach förderte die Karrieren von Größen wie Jeff Koons und Gerhard Richter und stattete das Quartier der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Brasilien mit Kunst aus. Eine berühmt-berüchtigte Figur im schillernden Kunstbetrieb, die sich im Streben nach Geld und Anerkennung verlor. Das bittere Ende: Achenbach betrog den Aldi-Erben und Milliardär Berthold Albrecht beim Vermitteln von Kunstwerken und Oldtimern mit verdeckten Preisaufschlägen und musste dafür vier Jahre in Haft. Seine Memoiren geben Einblicke in den deutschen Kunstbetrieb, berichten von seiner ersten Galerie, dem Aufstieg als Kunstberater mit mehreren Firmen und Restaurants in Düsseldorf, großen Deals und Exzessen - und dem Absturz mit Verhaftung, Verurteilung und Gefängnis. Es sind die Bekenntnisse eines Filous.
Für Rezensent Tobias Timm ist der wegen Betrugs verurteilte Kunsthändler Helge Achenbach noch lange nicht geheilt. Nicht von seiner ihm zum Verhängnis gewordenen Großmannssucht. Zwar findet Timm durchaus interessant und amüsant, was der Autor aus dem Inneren eines zynischen und korrupten Kunstmarktes berichtet, Achenbachs Machismo und sein andauernder Narzissmus aber machen die Lektüre für den Rezensenten zu einer eher ätzenden Erfahrung.
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