420 Minuten. Drei Jahre lang hat Heinz Strunk öffentlich Tagebuch geschrieben, in der Titanic, es fing an als eine Art Parodie auf Diarien bedeutungsvoller Schriftsteller ("Nachmittags eine Gabe von Thee"), entwickelte jedoch bald ein ganz eigenes Leben in einem weiten Feld zwischen unernster Figurenrede, Kurzessayistik, Aphorismus, Quatsch, Trübsinn und auch nicht wenig Tiefsinn. Aus dieser Kolumne ist nun ein Hörbuch geworden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2019
Rolf Thomas lässt sich von Heinz Strunks Genuschel nicht abbringen vom Genuss an den täglichen Vignetten des Autors. Ob Strunk notiert: heute nichts oder ob er Jargons von Paulo Coelho bis Thomas Mann imitiert - die notorische Unzuverlässigkeit des Erzählers in diesen Betrachtungen und Beschreibungen gefällt dem Rezensenten. Ebenso die gewisse Schwermut, die er aus Strunks Anarcho-Humor herauszuhören meint. Worüber lache ich hier eigentlich, das fragt sich Thomas allerdings desöfteren beim Hören.
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