Hans Ulrich Gumbrecht

California Graffiti

Bilder vom westlichen Ende der Welt
Cover: California Graffiti
Carl Hanser Verlag, München 2010
ISBN 9783446235151
Gebunden, 176 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Was heißt es, Amerikaner zu sein, und was heißt es, Europäer zu sein? Hans Ulrich Gumbrecht lebt seit zwanzig Jahren in Kalifornien und hat seit zehn Jahren einen amerikanischen Pass. In "California Graffiti" erzählt der Wahlamerikaner vom Mythos der Vereinigten Staaten, von American Football, New York und San Francisco, von Disneyland und Damenblusen. Mit seinen treffsicheren Skizzen und prägnanten Alltagsszenen fängt er das Besondere der Kultur der Westküste ein, die ihn immer wieder überrascht und fasziniert. Präzise beschreibt er die Unterschiede zwischen dem Leben in Europa und dem Leben in Amerika.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.07.2010

Genervt war Detlev Claussen von diesem Buch des frisch naturalisierten Literaturwissenschaftlers. Der nämlich lässt zum Ärger des Kritikers in seinem Buch über die USA "ziemlich den Professor" heraushängen und stülpe seinen professoralen Ton noch über Banalstes. Auch hätte alles schon mal in der Zeitschrift "Merkur" gestanden, schimpft Claussen weiter, und die Texte seien auch nicht, wie behauptet, für die Buchausgabe überarbeitet worden. Fehlurteile blieben stehen, Irrtümer seien nicht revidiert worden. Darüber hinaus trete Hans Ulrich Gumprecht mit "taxierendem Altherrenblick" auch allerlei weiblichen Wesen gegenüber. Die Liste der Ausfälle, die uns der Kritiker genüsslich präsentiert, ist noch länger, und sein Entsetzen über das Buch auch größer, als hier zusammenzufassen möglich ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2010

Bisweilen schmerzhaft subjektiv und also authentisch findet Thomas Hermann die 1993 bis 2009 entstandenen Skizzen, Bilder und Szenen des Stanforder Komparatisten Hans Ulrich Gumbrecht und fühlt sich dadurch an die eigenen Widersprüche erinnert. Dafür dass der Autor bei seinen Reflexionen über Amerika und Kalifornien im Speziellen, über amerikanischen Humor, Trailerparks, Football und Edward Hopper bildhaft vorgeht und den Leser am "doppelt scharfen" Blick des Zugewanderten und des Komparatisten teilhaben lässt, ist Hermann dankbar. Im analytischen Glanz der Texte nimmt sich Gumbrechts mitunter verbissenes Selbstverständnis als Amerikaner für den Rezensenten dann doch wie eine verzeihliche Schwäche aus.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2010

Bei den besten dieser skizzenartigen Stücke, die der Komparatistik-Professor Hans Ulrich Gumbrecht über seine Wahlheimat Kalifornien verfasst hat, möchte Nico Bleutge die Zeit anhalten. Derart weitsichtig und unprofessoral analysiert Gumbrecht die amerikanische Gesellschaft und Kultur, derart geschickt kommt er vom Konkreten zum Allgemeinen, dass Bleutge sich ungemein angeregt fühlt. Dass Gumbrecht Vorurteile und Grundüberzeugungen untersucht, etwa in einem Exkurs über einen Trailer-Park, und schließlich das amerikanische Lebensgefühl preisen kann, sieht Bleutge zwar skeptisch. Schließlich schaut manches in Kalifornien anders aus als im Rest der USA. Insgesamt aber schätzt er die Haltung des Autors, nicht zuletzt wegen seiner Fähigkeit zur Selbstdistanz und -ironie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2010

Rezensent Richard Kämmerlings ist sehr eingenommen von Hans Ulrich Gumbrechts Essayband über Kalifornien, der aus der "Merkur"-Westküstenkolumne des seit über zwanzig Jahren in Stanford lehrenden Komparatisten hervorgegangen ist. Er schätzt den skizzenhaften Charakter der Texte, die voll von aufschlussreichen Beobachtungen sind, und die genaue Wahrnehmung des amerikanischen Alltags, das "close reading" der Oberfläche, die der Autor mit "kulturwissenschaftlicher Universalität" grundiere. Daneben nehme die akademische Sphäre in dem Buch breiten Raum ein. Zu den Stärken des Bands zählt Kämmerlings die Football-Schilderung und Gumbrechts Reflexionen über das Verhältnis der Amerikaner zur Sexualität.
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