Aus dem Amerikanischen von Yvonne Badal. Die Nacht verschwindet. Über die ganze Erdkugel verteilt sich nachts gleißendes Licht von Straßenlaternen, Wohnhäusern, Tankstellen. Betrachtet man sich die nächtlichen Kontinente unseres Planeten auf Satellitenfotos, scheinen sie in Flammen zu stehen so viel Licht strahlen sie aus. Das meiste davon ist reine Verschwendung. Unser lichtgesättigtes Zeitalter ermöglicht uns kaum noch die Vorstellung von einer Zeit, in der die Nacht wirklich dunkel war. Schon heute erleben rund zwei Drittel aller Amerikaner und Europäer keine wirkliche Nacht mehr oder wohnen in einer Region, die als lichtverschmutzt gilt. Dabei ist die natürliche Dunkelheit der Nacht unerlässlich für unsere Gesundheit und die aller Lebewesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2014
Paul Bogards Plädoyer hat Anne Kohlick überzeugt vom Wert der Dunkelheit. Was der Englisch-Professor hier unternimmt, ist für Kohlick zwar ein dezidiert subjektiver Versuch, nämlich anhand eigener Erlebnisse und Begegnungen, etwa mit Naturschützern und Lichtdesignern, das Licht von der Finsternis zu scheiden. Doch was künstliche Beleuchtung dem Menschen antut, vermag die Rezensentin dem Buch dennoch zu entnehmen. Mit Entsetzen erfährt sie vom Autor über das erhöhte Krebsrisiko bei Nachtarbeitern und das Ammenmärchen von der Sicherheit durch mehr Licht. Das Wort Lichtverschmutzung hat für Kohlick nach der Lektüre einen eindringlicheren Klang.
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