Heinz Dieter Kittsteiner

Weltgeist,Weltmarkt, Weltgericht

Cover: Weltgeist,Weltmarkt, Weltgericht
Wilhelm Fink Verlag, München 2008
ISBN 9783770544196
Kartoniert, 273 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Der Dreischritt Weltgeist - Weltmarkt - Weltgericht geht mit Marx von der Annahme aus, dass der Weltmarkt der legitime Erbe des Weltgeistes ist. Diese Problemlage wird von Mandeville über Adam Smith, Kant und Hegel aufgerollt - nicht ohne gelegentliche Bezugnahme auf die Figuren aus der Komik-Serie STRIZZ von Volker Reiche. Hatte der deutsche Idealismus die ökonomische Grundfigur der "unsichtbaren Hand" ins Metaphysische transponiert, so fällt diese Überlagerung nun wieder von ihr ab und der Weltmarkt tritt in seiner ganzen Herrlichkeit hervor. Bei dieser Gelegenheit besteht Karl Marx die Zerreißprobe der formgenetischen Ableitung nicht, und der Autor gesteht sich selbst mit Hegel ein zerrissenes Selbstbewusstsein zu. Ist der Weltmarkt aber der Erbe des Weltgeistes, so ist er - frei nach Schiller und Hegel - auch das Weltgericht. Dieses Weltgericht ist gerade im Begriff, über Deutschland herein zu brechen. Das wird abgehandelt an Joseph Ackermann von der Deutschen Bank und einer Formverwandlung der Bürger. Das Kapital und seine Prolls beherrschen - wenn auch mit einer List der Vernunft in ihrem Rücken - die Welt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2008

Recht "originell" scheint Rezensent Ludger Heidbrink dieser Essay über den Weltgeist und die Klimakatastrophe, den der Historiker und Philosoph Heinz Dieter Kittsteiner vorgelegt hat. Aus geschichtsphilosophischer Perspektive zeichne der Autor die Entwicklung dreier Phasen nach (vom "Weltgeist" über den "Weltmarkt" zum "Weltgericht"), die zum globalen Kapitalismus und der Klimakatastrophe führt. Heidbrink hebt hervor, dass Kittsteiner weitgehend auf Kulturkritik verzichtet. Er sieht ihn eher in der Rolle des "ironischen Conferenciers", der Fundstücke aus Büchern, Zeitungen und Nachrichten in einer "bisweilen aberwitzigen Melange" vor Augen führe. Gleichwohl lässt sich der Essay seiner Ansicht nach als "barocke Verfallsgeschichte" lesen.
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