Heinrich Breloer, Horst Königstein

Die Manns

Ein Jahrhundertroman
Cover: Die Manns
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783100052308
Gebunden, 478 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Heinrich Breloer und Horst Königstein erzählen die Schicksale der Manns, der berühmtesten Künstlerfamilie des 20. Jahrhunderts. Wie keine andere Familiensaga spiegelt sie die dramatische Geschichte des letzten Jahrhunderts in all seinen Facetten wider. Wir werden Zeugen von bewegenden Geschichten, die noch keiner kannte - Geschichten von Leidenschaft, Liebe, Leid, Hass von Krieg und Emigration, von tragischen Verflechtungen persönlicher und weltgeschichtlicher Ereignisse. Alle treten sie auf: die Brüder Thomas und Heinrich Mann mit ihrem lebenslangen Bruderzwist, das extrovertierte Geschwister Paar Erika und Klaus, der stille Golo und auch das einzige heute noch lebende Kind Thomas Manns: Elisabeth. Der Band ist illustriert mit zahlreichen Farbbildern aus dem Fernsehfilm.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2001

Wolfgang Schneider stellt zwei Begleitbücher zu Heinrich Breloers Thomas-Mann-Fernsehdokumentation vor: "Unterwegs zur Familie Mann und "Die Manns. Ein Jahrhundertroman". Auch wenn dies das Buch zum Film ist, es lässt sich als eigenständiges Werk lesen, meint Wolfgang Schneider. Hier würden Bilder und Szenen des TV-Dreiteilers punktgenau nacherzählt. Breloer gehe es vor allem darum, Thomas Mann als "Repräsentanten eines besseren Deutschland" darzustellen, meint Schneider. Dem Rezensenten wäre es allerdings lieber gewesen, wenn sich Breloer mehr dem "Mann mit Witz" gewidmet hätte. Auch stört sich Schneider an der "schulmäßigen Korrektheit", mit der sowohl "Weihnachtsseligkeit" als auch "Drogenrausch" beschrieben werden. Und immer werde das Privatleben Thomas Manns mit der "Zeitgeschichte kurzgeschlossen". Dennoch ist Breloer, so Wolfgang Schneider, eine "vermittelnde Familien-Soap auf hohem Niveau" gelungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.12.2001

Einen herausragenden geistigen Protagonisten für das 20. Jahrhundert zu wählen, ist eine schwere Aufgabe und überdies zur Zeit auch aus der Mode gekommen, stellt Burkhard Müller fest. Stattdessen scheint, überblickt man die Fülle der jüngst erschienenen Publikationen, eine ganze Familie in den Blick genommen, wobei die Dynastie dem literarischen Wirken der einzelnen Mitglieder vorangestellt zu sein scheint. Ob das nun sinnvoll ist, fragt sich der Rezensent, der drei bzw. vier neue Bücher über die Manns gelesen hat. Das Buch "Die Manns. Ein Jahrhundertroman", das Heinrich Breloer und Horst Königstein als Vorlage für ihren Fernsehfilm gedient hat, ist reich bebildert, wobei Originalfotos und Szenenbilder "wild durcheinander" angeordnet sind, ärgert sich der Burkhard Müller. Und der Untertitel mache die ganze Indifferenz noch deutlicher. Reichlich naiv findet das Müller, wenngleich hier mehr als deutlich werde, welchen Grad der Mythologisierung die Familie Mann bereits erreicht habe. Der Abstand zwischen Dokumentation und Fiktion sei dahin. Thomas Mann hätte das, vermutet der Rezensent, sicher gefallen.
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