Hegels Erbe

und die theoretische Philosophie der Gegenwart

Klappentext

Herausgegeben von Christoph Halbig, Michael Quante und Ludwig Siep. Hegels theoretische Philosophie erlebt gegenwärtig eine Renaissance: Galt sie lange und gerade in der Analytischen Philosophie als bestenfalls von historischem Interesse, finden sich Hegelsche Argumente nun im Zentrum systematischer Debatten auf dem Gebiet der Ontologie, Semantik, Epistemologie und der Philosophie des Mentalen wieder. Philosophen wie etwa Robert B. Brandom und John McDowell berufen sich auf Hegel als zentrale Inspirationsquelle. Dabei ergeben sich in bezug auf die Deutung von Hegels System für die Hegel-Forschung überraschende neue Perspektiven und Fragestellungen. Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Hauptvertretern der Gegenwartsphilosophie und von führenden Hegel-Forschern und bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Versuche, Hegels Erbe nicht nur antiquarisch zu bewahren, sondern philosophisch anzutreten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2005

Manfred Geier skizziert in seiner Besprechung zu diesem Sammelband, der auf einem Hegel-Kolloquium in Münster im Jahr 2003 beruht, den gegenwärtigen Stand der Debatte. Der Philosoph Herbert Schnädelbach hatte nämlich, so berichtet Geier, im Jahr 1998 mit der Aussage provoziert, Hegel und der deutsche Idealismus seien "zum System gewordene Konfusion". Ganz offensichtlich ein "Fehlurteil", meint der Rezensent angesichts der dreizehn Beiträge in dem Kolloquiumsband, in dem bewährte Hegelspezialisten hiesiger akademischer Provenienz wie Hans Friedrich Fulda, Walter Jaeschke oder Ludwig Siep auf amerikanische Philosophen der analytischen Schule stoßen, darunter Robert B. Brandom und John McDowell. Bei den analytisch denkenden Philosophen der anglo-amerikanischen Schule sei schon seit längerer Zeit eine Wiederentdeckung Hegels in Gang gewesen, weist Geier drauf hin. Die dreizehn in diesem Band veröffentlichten Beiträge dokumentieren für ihn, wie schwierig es ist, "Hegels Erbe" anzutreten; beachtenswert findet der Rezensent außerdem, dass von der linkshegelianischen beziehungsweise marxistischen Erbschaft Hegels nicht mehr die Rede ist.
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