Haruki Murakami

Von Beruf Schriftsteller

Cover: Von Beruf Schriftsteller
DuMont Verlag, Köln 2016
ISBN 9783832198435
Gebunden, 240 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Haruki Murakami verkörpert den Typus des zurückgezogenen Schriftstellers wie wenige andere. Der japanische Bestsellerautor gilt als ausgesprochen scheu und betont immer wieder, wie ungern er über sich selbst spricht. Doch nun bricht Murakami das Schweigen und lässt uns an seiner reichen Erfahrung als Schriftsteller teilhaben. Darüber hinaus teilt er mit den Lesern seine weitreichenden Lektüreeindrücke. Anhand von Kafka, Raymond Chandler, Dostojewski und Hemingway sowie anderen Vertretern der Weltliteratur reflektiert er über Literatur im Allgemeinen und definiert, was für ihn selbst Literatur und ihre Bedeutung ausmacht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2017

Haruki Murakami hat viele Gesichter, weiß Rezensent Ludger Lütkehaus. In seinem zweiten autobiografischen Roman zeigt er eines davon, das des Berufsschriftstellers. Das Schreiben, erfahren wir, ist für Murakami ein "heiteres Unterfangen" und die literarischen Selbstquälereien seiner westlichen Zunftgenossen sind ihm fremd. Solide, professionell und mit leichter Hand begibt sich Murakami nach "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" erneut in die Selbsterforschung, freut sich Lütkehaus und lobt die wunderbare "Balance zwischen E und U", die ihn auch in Murkamis anderen Büchern fasziniert hat. Kopfschüttelnd fragt er sich, warum dieser Autor so lange auf den wohlverdienten Nobelpreis warten muss.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2016

Alex Rühle fragt sich, wie Haruki Murakami das macht, wie er Geister auftauchen lässt, Männer in Schafskostümen oder welche, die mit Katzen reden, und zwar en passant, als wäre es eben so. Wie entsteht so ein Werk? Leider findet er die Antworten darauf nicht in diesem Buch. Die Essays liest er dennoch als ausführliche Selbstauskunft des Schriftstellers, die leere Mitte, um die sie kreisen, hält er aus, weil sie zu Murakami passt, wie er meint. Zu erfahren, wie wichtig bei diesem Autor das Hartnäckige ist, ein stabiles Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, langsam zu denken und den Texten Zeit zu geben, genügt Rühle schon.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2016

Andreas Platthaus freut sich über diese aussagekräftigen Essays des japanischen Schriftstellers Haruki Murakami, aus denen er unter anderem erfährt, wie wichtig das Arbeiten mit fremden Sprachen dem Autor ist. Einigermaßen erschöpfend ist die Selbstbetrachtung in den Texten für Platthaus allerdings nicht nur im positiven Sinn. Die ursprünglich für eine Literaturzeitschrift verfassten Texte folgen laut Rezensent einer einheitlichen Dramaturgie und bergen durchaus Wiederholungen. Überraschend findet Platthaus dann wieder, wenn Murakami literarische Vorbilder wie Jane Austen nennt und von den eigenen Maßstäben spricht, die er allerdings bewusst im Unbestimmten belässt, wie der Rezensent einräumt. Überhaupt, den "vagen Sound" der Texte kann Platthaus nicht überhören. Mehr über den Autor, findet er, verrät noch immer die Fiktion selbst.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.11.2016

Britta Heidemann wird neugierig, wenn Japans berühmtester Schriftsteller per Essays Einblick in seine Schreibwerkstatt gibt. Laut Heidemann kostet es Haruki Murakami zwar Überwindung, über sich selbst Bericht zu erstatten, allerdings gelingt dem Autor der Trick, als Autor-Ratgeber aufzutreten und Leserfragen zu beantworten, ganz gut, meint die Rezensentin. Hinter den mitunter banal anmutenden Fragen und Antworten entdeckt Heidemann aufschlussreiche Reflexionen über den Buchmarkt, über den Umgang mit Kritik oder die Schöpfungskraft. Etwas enttäuscht ist Heidemann darüber, dass der Autor kein Wort verliert über den magischen Gehalt seiner Kunst und seine Inspirationen. Allerdings weiß sie auch um die Folgerichtigkeit dessen. Denn was einen Murakami-Text ausmacht, entzieht sich dem Erklärbaren, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.11.2016

Recht beschwingt gibt Rezensent Martin Oehlen Murakamis Lebensweisheiten wieder, die ambitionierten Jungautoren eventuell tatsächlich ein paar Hinweise für eine erfolgreiches Debüt als Schriftsteller geben könnten. Erster Hinweis: "Genialität allein reicht leider nicht" - also die altbekannte Devise,dass künstlerischer Erfolg sich aus zehn Prozent Inspiration und neunzig Prozent Transpiration zusammensetzt. Zweiter Hinweis: "Katzen und Unerklärliches". Das jedenfalls, so Oehlen, findet sich in allen Romanen Murakamis. Dritter Hinweis: Den ersten Roman in einer Fremdsprache schreiben - das reinigt den Stil. Vierter Hinweis: "Eine gewisse Überheblichkeit" - aber nur auf die Werkambition, nicht auf den den persönlichen Umgang bezogen. Alles in allem müsste es so eigentlich klappen, scheint Oehlen sagen zu wollen, der in Murakamis Buch nebenbei übrigens viel über Japan erfahren hat, etwa dass in Buchhandlungen Bücher von weiblichen und von männlichen Autoren oft getrennt präsentiert werden.