Hartmut Langes Geschichten spielen in München, einer Kleinstadt bei Hamburg, an der Ostseeküste, an der rauhen Nordwestküste Englands. Und immer wieder in Berlin, wo sich Vergangenheit und Gegenwart besonders augenfällig durchdringen. Acht taghelle, geheimnisvoll verdichtete Erzählungen, die prekäre Gemütszustände darstellen und kunstvoll auffangen: trügerische Glücksversprechen, unerfüllbare Sehnsucht, die Not einsamer Menschen, die Berührung mit dem Bösen, die Angst zu versagen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2016
Fasziniert scheint Rezensent Nico Bleutge von Hartmut Langes Erzählungen, in denen sich entscheidende Veränderungen im Leben der Protagonisten in "unerhörten Begebenheiten" und Verschiebungen ankündigen, so Bleutge. An Woody Allens Film "Midnight in Paris" fühlt sich der Rezensent erinnert, denn auch hier gibt es Zeitsprünge durch die Jahrhunderte. Manchmal wirkt das etwas konstruiert auf ihn, aber die "hauchfeine Ironie" versöhnt ihn auch mit einzelnen Schwachstellen.
Tilman Krause sieht in Hartmut Langes Erzählungen eine willkommene Erinnerung daran, dass Kunst ein Zauber inne ist, vielleicht der einzig wirkliche Zauber. In den Geschichten des Bandes "Der Blick aus dem Fenster" kommen Allerweltsfiguren, Ministerialbeamte etwa, mit Kunst in Berührung und verlassen längst eingeschlagene Wege, verrät der Rezensent, und selbst einer eingefleischten Sängerin werden Mahlers düstere Orchesterlieder plötzlich unheimlich. Lange zeigt, dass Kunst die wohl übernatürlichste Erfahrung sein kann, die unsereins haben kann, fasst Krause zusammen.
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