Harry Rowohlt hatte vor allem eines: Haltung.
Freunden begegnete er mit diebischem Vergnügen an der gelungenen Formulierung, die Kritik der Gegener parierte er mit unvergleichlicher Wonne.
Er nahm das Blatt vom Mund und steckte es direkt in seine Schreibmaschine; seine Briefe gelten als Meisterstücke einer vernachlässigten Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2016
Rezensent Michael Maar schätzt Harry Rowohlts kühle Contenance und Selbstironie, seine bewegenden Kondolenzen, reizenden Dankesbriefe und Freundschaftsbeweise (an Thomas Kapielski oder Ingo Schulze etwa) wie vor allem auch seine schadenfrohen und witzigen Blitze, starken Urteile und Stilkritiken (gegen Uwe Tellkamp etwa), alles zu bewundern in diesem letzten Band mit Rowohlts Briefen, zusammengestellt von Anna Mikula. Wo Maar das Buch auch aufschlägt, immer bereitet es ihm Vergnügen, sodass er mutmaßt, die Briefstellerei sei womöglich Harrys eigentliches Haupttalent gewesen. Schullektüre!, findet Maar entschieden.
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