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Harald Welzer

Selbst denken

Eine Anleitung zum Widerstand
Cover: Selbst denken
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100894359
Gebunden, 336 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Was ist bloß aus unserer Zukunft geworden? Es ist höchste Zeit, dass sich jeder überlegt, wie wir eigentlich leben wollen, damit die Zukunft wieder ein Versprechen und keine Bedrohung ist. Dieses Buch ist eine Anleitung dafür: Harald Welzer lotet die Abgründe der vom Konsumvirus und politischer Lähmung befallenen Gesellschaft aus. Und er zeigt, wie viele konkrete und attraktive Möglichkeiten es bereits jetzt gibt, zum politischen Handeln zurückzufinden und sich wieder ernst zu nehmen. Der erste Schritt ist gar nicht schwer: Selbst denken!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2013

Zwischen Zustimmung und Skepsis schwankt Rezensent Oliver Pfohlmann in seiner Kritik der neuesten Überlebenstipps des populären Sozialpsychologen. Statt zu heizen empfiehlt Welzer den Wollpullover, er rät dazu, die Wirtschaft zurückzufahren, träumt von gemeinwohlorientierten Unternehmen und prophezeit, dass das Autofahren einst so verpönt sein wird wie heute das Rauchen. Dabei zögere Welzer nicht, den Leser am Rockärmel zu zupfen: "Ich spreche über Sie." Allerdings bündelten sich Welzers fromme Visionen noch nicht zu einem schlüssigen Gesellschaftsmodell. Die große Frage ist für Pfohlmann vor allem, wer diejenigen Fortschritte und Errungenschaften finanzieren soll, hinter die heutige Demokratien nicht zurückfallen wollen, etwa das Gesundheitssystem. Außerdem, so Pfohlmann, braucht Demokratie eine wirtschaftliche Perspektive - sonst ist sie in Gefahr.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2013

Hilal Sezgins Reaktion auf Harald Welzers "Aufruf zum Widerstand" ist zwiegespalten. Während sie die Analyse der gegenwärtigen Situation in Politik und Gesellschaft ziemlich treffend findet -der Autor argumentiert nämlich, dass sie mit unseren Wünschen für die Zukunft noch immer maßgeblich von der Nachkriegszeit geprägt sind und an der "Kultur des ALLES IMMER" kranken - ist sie von den Vorschlägen, wie den gegenwärtigen Problemen abzuhelfen wäre, enttäuscht. Hier fällt dem Autor außer Eigenverantwortung, Sparsamkeit und Netzwerkbildung wenig ein, beschwert sich die Rezensentin. Welzers zwölf Appelle an den Einzelnen erscheinen ihr läppisch bis unsinnig (wie zum Beispiel die Behauptung, es komme nur auf das Individuum an, etwas zu ändern). Aber vielleicht liegt das auch in der Natur der Sache, dass eine Rundumlösung nicht wohlfeil zu haben ist, so Sezgin versöhnlich, die dem Autor zugute hält, in sein Buch viel Recherchearbeit und Leidenschaft gesteckt zu haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013

Ein bisschen schießt der Autor wohl übers Ziel hinaus, den Leser zum Umdenken und zum Verzicht zu bewegen. Immerhin verzichtet Harald Welzer in seinem Buch mitunter ganz auf systematische Argumentation und bedient sich zudem des Vokabulars der kapitalistischen Gegenseite. Andererseits kann Thomas Thiel dem Autor nur allzu oft zustimmen. Etwa, wenn Welzer Gewerbegebiete, Flachbildschirme, die Update-Industrie und die institutionelle Verschwendungssucht des Systems aufs Korn nimmt. Auch Thiel spürt offenbar die innere Ruhelosigkeit und einen Widerstand gegen den Egoisten in sich. Zur vollständigen Überzeugung hätte der Autor aber seine Schlagworte (Konsumverzicht, Crowd Funding, Open Source etc.) zu konsequenten Anleitungen ausbauen müssen, meint er.
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