Renaissancegärten, Barockgärten, englische Parks - alles gut und schön. Einen "romantischen Garten" aber hat es nie gegeben, obwohl wir doch gern romantisch finden, was an übrig gebliebener Natur unser Auge erfreut. Und man sollte doch denken, dass niemand sich so obsessiv mit der Natur beschäftigt hat wie die Romantiker in Deutschland, Frankreich und England. Diese Leute aber, bekanntermaßen keine bescheidenen Menschen, hatten Größeres vor. Statt Gärten entdeckten sie die bis dahin als no-go-area verschriene erhabene Kulisse der Alpen, suchten in der Natur das Unendliche, und entdeckten die gewaltigste Natur am Ende, oh Wunder, in sich selbst: Jean Paul beschrieb sie als sein "inneres Afrika". Deshalb schreibt Hans von Trotha, der so gut wie alle Gärten Europas kennt, bereist und beschrieben hat, in diesem Buch um eine große, aber deshalb umso interessantere Leerstelle herum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2016
Ganz hingerissen bespricht Wolfgang Bunzel dieses schmale Büchlein, in dem der Publizist Hans von Trotha kenntnisreich, aber nie zu akademisch über die Geschichte romantischer Gartenkunst informiert. Das ist aber längst nicht alles, was man bei Trotha erfährt, erklärt der Kritiker, der hier eher eine kurze Einführung in die "Ästhetik der Romantik" liest. In jedem Fall findet es Bunzel beachtlich, wie der Autor vorführt, wie die Ideen der Gartenkunst etwa mit der Geschichte des Schauerromans oder den Fantasie-Landschaften in Texten von Tieck, Hoffmann oder Eichendorff verknüpft sind.
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