Arthur Bloch, Viehhändler jüdischen Glaubens, wohnhaft in Bern, verlässt vier Tage vor Adolf Hitlers 53. Geburtstag kurz vor fünf Uhr morgens ohne erkennbare Beunruhigung seine Wohnung. Wie jeden Monat reist er zum Markt nach Payerne im Kanton Waadt. Er werde nachmittags zurückkehren, sagt er zu seiner Frau. Diese hat ihn nie wieder lebend gesehen. Bloch wurde ermordet, weil er Jude war - 1942 in der Westschweiz. Ein politischer Mord, der das Fanal für eine weit reichende "Abrechnung" mit den Juden in der Schweiz werden sollte. Wer waren die Mörder und ihre Hintermänner? Wie wurde mit ihnen verfahren? Wie ging die schweizerische Öffentlichkeit mit diesem Verbrechen um? Eine dokumentarische Erzählung über den Antisemitismus schweizerischer Prägung, aufgearbeitet aufgrund neu zugänglicher Gerichtsakten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2000
Dies ist nach Auskunft des Rezensenten (Kürzel: G. W.) eine neuerliche Reportage über einen Fall, der bereits 1977 durch einen Fernsehbeitrag und ein Buch von Jacques Pilet dokumentiert wurde. Das Buch erzählt wie drei Schweizer Anhänger der Nationalen Bewegung 1942 einen jüdischen Viehhändler auf bestialische Weise umbrachten, schildert nach Auskunft des Rezensenten aber auch die Reaktionen der damaligen Schweizer Gesellschaft und der Behörden. Allerdings findet der Rezensent, dass Stutz die Fakten etwas einseitig auslegt, denn anders als Stutz hat er Verständnis für die Schweizer Behörden, die "den politischen Charakter der Tat zuerst unterdrücken wollten". Es sei für die Schweiz damals darauf angekommen, nicht als "subversionsanfällig" zu erscheinen.
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