Hans-Peter Rodenberg

See in Not

Die größte Nahrungsquelle des Planeten: eine Bestandsaufnahme
Cover: See in Not
Marebuchverlag, Hamburg 2004
ISBN 9783936384499
Gebunden, 307 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit zahlreiche farbige Abbildungen. Die Ozeane sind die größte und zukunftsträchtigste Nahrungsquelle unseres Planeten. In der ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Bewirtschaftung der Meeres- und Küstenressourcen liegt die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Wahrscheinlich sind wir bereits die letzte Generation, die Thunfisch, Barsch und Kabeljau noch auf der Speisekarte findet. Der konventionelle Fischfang ist an seine Grenzen gestoßen. Nach jahrzehntelanger Überfischung gleichen weite Teile der Meere einer Unterwasserwüste. Kaum ein Grundfisch, der nicht irgendwo auf der Welt in seiner Existenz bedroht ist. Viele Küsten sind übersiedelt, die Gewässer verschmutzt.
Aber noch ist Umkehr möglich. Unabdingbar ist eine ökologisch verträgliche Fischerei. Darüber hinaus müssen neue Quellen für die Ernährung des Menschen aus dem Meer gefunden werden. Mittlerweile gibt es in aller Welt Aquakulturen, deren Ausbau jedoch kontrolliert erfolgen muss. Dabei gilt es in erster Linie, die Erforschung der Ozeane, mit der der Mensch noch ganz am Anfang steht, voranzutreiben.
In "See in Not" berichtet Hans Peter Rodenberg aus allen Regionen der Erde, von Thailand über Sibirien bis nach Norwegen und Großbritannien, von Deutschland und Brasilien bis nach Japan oder Alaska. Das Ergebnis ist ein Buch, das den neuesten Erkenntnisstand zum Thema Ernährung aus dem Meer in all seinen Facetten versammelt: von der Geschichte der deutschen Hochseefischerei, Kaviargewinnung an der Wolga, Hummerfang vor Helgoland, der ungewissen Zukunft der Wale bis hin zur Erforschung des Krill.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Die bestürzend schlichte Frage, die dieses Buch stellt und angesichts der gegenwärtigen Zustände eher negativ beantwortet, lautet: "Wird es auch mittel- und langfristig Leben im Meer geben?" Die brutale Ausbeutung durch den Menschen jedenfalls hat zu alarmierenden Situationen geführt. Die Methoden der Befischung werden "immer großflächiger" und damit grober, die Delfine, die sich in Thunfischnetzen verfangen, sind nur das berühmteste Beispiel dafür. Weitere Themen sind die "Kabeljau-/Dorsch-Überfischung, die Walrossjagd in Sibirien" und auch jene wahnwitzigen Ideen, die Chinesen und Japan in Sachen "Erektionsförderung durch den Genuss von Haifischflossen" haben. Stephan Opitz hebt hervor, dass der Autor durchaus "sachlich" über die Katastrophenszenarien der "See in Not" berichtet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.09.2004

Bei Hans-Peter Rodenberg bleibt "kaum etwas unerörtert", schreibt Christian Schütze: "Meeresforschung, Zoologie und Dynamik der Arten, maritime Ökologie, Kulturgeschichtliches zur Fischerei, Handelswege, Fangtechniken, Piraterie, soziale Probleme an Bord, Meeresverschmutzung, politische Konflikte" - alles, was für das Thema von Belang ist, wird herangezogen und kompetent aufbereitet, doch das macht den Befund nicht beruhigender: Die Weltmeere und ihre Fauna sind ernsthaft gefährdet, und Schuld trägt vor allem die industrielle Großfischerei. Schütze hebt jedoch zugleich lobend hervor, dass der Autor keineswegs zum Alarmismus neigt, sondern auch das zunehmende ökologische Bewusstsein bei den Verantwortlichen hervorhebt. Rodenberg will uns "den Appetit nicht verderben, jedenfalls nicht grundsätzlich", und wägt daher zwischen verantwortlicher Befischung und Raubbau (Stichwort: Haifischflossenmafia) ab. Außerdem kann er Kompliziertes einfach darstellen und bietet eine spannende Mischung aus "Reportage und Reflexion, Statistik, Bewertung und zoologischem Exkurs", die den Seefahrtsromantiker ebenso anspricht wie den Gourmet, der sein Sushi und seine Garnelen schätzt, lobt der Rezensent. Fazit: Die Ozeane sind keine Wildnis mehr - doch sie sind auch nicht verloren.
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