Aus dem Italienischen von Judith Krieg. Cesenatico, Romagna, in den 1920er Jahren. Der größte Fischhändler des Ortes ist tot. Andreana, seine Frau, sitzt auf einem Berg Schulden und will als Trauerfarbe Rot tragen. Es dauert nicht lang, und sie heiratet den erfolgreichen Fischhändler Mondo. Doch der wagt sich an das Unternehmen Fischsuppen-Konservenfabrik und gerät dabei in die Fänge von Mascha, einer Tänzerin und Fischerstochter, die sich an den Fischhändlern rächen will. Das Unglück ist nicht aufzuhalten. Da nimmt Andreana ihr Schicksal in die eigene Hand und sorgt in der Männerdomäne Fischhandel für Furore …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2024
Rezensent Andreas Rossmann begrüßt die deutsche Übersetzung von Marino Morettis 1935 erstmals erschienenem Roman sehr. Darin skizziert der italienische Autor vielstimmig und erzählfreudig sowie, so Rossmann, beinahe beiläufig die Geschichte einer Emanzipation: Die Witwe Andreana trägt nicht schwarz, sondern rot zur ausschweifend festlichen Beerdigung des "größten Fischhändlers" von Chioggia - dem kleinen Ort südlich von Venedig, aus dem sie stammt -, heiratet aufgrund ihrer angesammelten Schulden den bald als Prahler durchschauten Raimondo und setzt sich, schreibt der Rezensent, mit Witz und Schläue im patriarchal organisierten Fischhandel durch. Rossmann lobt nicht nur Morettis "Fabulierkunst", sondern auch die originelle Übersetzung von Judith Krieg sehr und empfiehlt das Buch uneingeschränkt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…