"Es ist leichter, in die Geheimnisse der CIA einzudringen als in die des WWF", sagt Raymond Bonner, Enthüllungsjournalist der New York Times. Wilfried Huismann hat es trotzdem gewagt. Allen Widerständen der WWF-Führungsspitze zum Trotz hat er die Strukturen und Projekte der Umweltschutzorganisation unter die Lupe genommen. Das Ergebnis seiner Reise durch das grüne Empire des WWF ist erschütternd: Der WWF paktiert mit Energiekonzernen, die in Asien und Lateinamerika die letzten Regenwälder vernichten, um auf Soja- oder Palmölplantagen Biosprit zu produzieren. Ein gigantisches Geschäft, das die letzten natürlichen Ökosysteme der Erde gefährdet, Millionen Menschen von ihrem Land vertreibt und zu neuen Hungersnöten führt. Der WWF beteiligt sich an der Vertreibung von Eingeborenen aus den Wäldern Indiens und Afrikas - und er fördert die industrielle Landwirtschaft auf der Basis von Gentechnik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2012
"Ins Grübeln" kommt Manfred Kriener bei der Lektüre dieses Buchs über den World Wildlife Fund, den der Autor Wilfried Huismann in seinem - von Klagen überzogenen - Buch so scharf und grundlegend attackiert, dass vom positiven Image der Tierschutzorganisation kaum etwas übrig bleibt. In einigen Punkten muss Kriener dem Autor durchaus Recht geben, die Lachsfarmen des norwegischen Aquakultur-Konzerns Marine Harvest etwa kann man einfach nicht "grünwaschen", wie es der WWF tut, und Elefantenjäger Juan Carlos gibt auch keinen besonders glaubwürdigen Tierschutz-Präsidenten ab. Aber andererseits denkt Kriener an all die WWF-Leute in Hamburg ("Das sind doch die Guten. Eigentlich."), kratzt sich am Kopf und begreift, dass die Lage kompliziert sind: "Wer kann schon beurteilen, was in indischen Tigerreservaten los ist."
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