Hans-Peter Gruber

"Aus der Art geschlagen"

Eine politische Biografie von Felix Weil (1898-1975)
Cover: "Aus der Art geschlagen"
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783593515076
Gebunden, 776 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Das Frankfurter Institut für Sozialforschung kam mit der Kritischen Theorie zu weltweitem Ruhm. Noch kaum erforscht ist bislang das facettenreiche Leben von Felix Weil, der diese Plattform für wissenschaftlichen Marxismus maßgeblich konzipierte und mit seinem Millionenerbe ins Leben rief. Der gebürtige Argentinier entstammte einer deutsch-jüdischen Unternehmerfamilie, war Revolutionär, Delegierter der Komintern, Mitarbeiter der argentinischen Regierung, Steuerexperte in Kalifornien und Dozent der US-Armee in Ramstein; er förderte avantgardistische Kunst und schuf selbst ein kleineres wissenschaftliches Werk. Auf breiter Quellenbasis - mit der unveröffentlichten Autobiografie Felix Weils im Mittelpunkt - beleuchtet Hans-Peter Gruber dieses bewegte, kosmopolitische Leben. Den roten Faden bilden Weils undogmatischer Sozialismus sowie sein Glaube an die Macht der Erziehung und Bildung. Als wirkmächtiger Faktor wird zudem Weils jüdische Herkunft sichtbar, die den sozialen Aufstieg der Familie Weil und seinen eigenen Lebensweg im 20. Jahrhundert begleitet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2023

Der in München lehrende Ideengeschichtler Thomas Meyer bespricht zwei Neuerscheinungen zur Urgeschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, das im Jahr 2023 den hundertsten Jahrestag seiner Gründung feiert, Hans-Peter Grubers "Aus der Art geschlagen" - Eine politische Biografie von Felix Weil (1898-1975)" und Christian Vollers "In der Dämmerung - Studien zur Vor- und Frühgeschichte der Kritischen Theorie" An Grubers Buch findet er die Einbettung dieser Gründung einen großen Zusammenhang deutscher Ideengeschichte verdienstvoll. Felix Weil war der Sohn des vermögenden Hermann Weil und der Mäzen hinter der Gründung des berühmtesn Instituts. Viele Namen fallen in Meyers Artikel auch die Namen Horkheimer, Löwenthal und Adorno - aber diese doch recht spät. Denn das gehört zu den Verdiensten des Buchs. Endlich wird die Geschichte des Instituts mal nicht rückblickend und vorausschauend von ihren berühmtesten Figuren her geschrieben. Meyer macht auch klar, was für ein Gewimmel an Instituten für Sozialforschung nach dem Ersten Weltkrieg entstand, ein wahrer Boom, dessen eigentliche Hauptstadt nicht Frankfurt, sondern Heidelberg war. Frankfurt unterschied sich vor allem durch durch die marxistische Orientierung.

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