Lange war es ein Tabu in Deutschland, und nun hat es ausgerechnet ein katholischer Theologe gebrochen. Hans Küng hat im Gespräch mit Anne Will erklärt, dass er es für erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich geworden ist. Seitdem ist eine Diskussion im Gange, die keinen unberührt lässt. Ein Buch voller Argumente für eine realistische und trostreiche Sicht des Sterbens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2014
Für Bernhard Lang leibt und lebt der streitbare Theologe Hans Küng in diesem Büchlein nach wie vor. Die von Küngs Autobiografie und seinem darin geäußerten Bekenntnis zum selbstbestimmten Tod angestoßene Debatte findet laut Lang im Gespräch mit Anne Will und den beigefügten Kapiteln eine würdige Fortsetzung, Klärung und Vertiefung. Wiederum zeigt sich Küng als Gegner des theologischen Menschenbildes in der Folge Christi. Stattdessen, so erklärt Lang, propagiert der Autor die Gottebenbildlichkeit des Menschen und steht der Leidenstheologie nach wie vor reserviert gegenüber. Lang erkennt Vorbilder in Giovanni Pico della Mirandola und Karl Barth. Küngs Beharren auf der Freiheit zur Selbstbestimmung als ein Gottesgeschenk scheint dem Rezensenten zuzusagen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2014
Matthias Drobinski liest Hans Küngs Buch als Vermächtnis eines kritischen Christen und großen Theologen. Wenn Küng im Buch noch einmal seine Position zur Sterbehilfe formuliert, hört Drobinski zwar viele Eigenzitate heraus, der kämpferische scharfe Geist des Autors überzeugt ihn jedoch von der Bedeutung dieser Lektüre. Vor allem wenn Küng als Mensch mit Ängsten und kirchenkritischer Theologe argumentiert, aus der Überzeugung heraus, dass der Tod nicht das Ende ist und Sterbehilfe eigentlich Lebenshilfe, ist der Rezensent beeindruckt. Sobald der Autor sich in die politische Debatte einklinkt, findet er Küng allerdings nicht kritisch genug und in der Argumentation schwach, nicht zuletzt, da er Gegenargumente einfach unerwähnt lässt, wie Drobinski feststellt.
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