Hans Küng (Hg.), Dieter Senghaas (Hg.)

Friedenspolitik

Ethische Grundlagen internationaler Beziehungen
Cover: Friedenspolitik
Piper Verlag, München 2003
ISBN 9783492045414
Gebunden, 416 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Weltpolitik ist unvermittelt wieder ein Thema geworden, und zwar besonders die Frage nach den Grundlagen und Werten in der Weltpolitik. Welche Prinzipien leiten Staaten bei ihrer Außenpolitik? Darf eine Supermacht alles? Ist Krieg erlaubt? Gibt es eine Weltordnungspolitik, die Gerechtigkeit für alle Staaten erzielen kann? Wie können die internationalen Beziehungen in einem Umfeld politischer, ökonomischer und kultureller Zerklüftung auf eine zukunftssichere Basis gestellt werden? Diese Fragen diskutieren hochkarätige Experten u. a. Volker Rittberger, Otfried Höffe, Ernst-Otto Czempiel, Klaus M. Leisinger. Es gibt die Möglichkeit einer internationalen, auf gemeinsamen Werten gegründeten Friedenspolitik, so ihre Folgerung, die Krieg als Option der Weltpolitik ausschließen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2004

Ein überaus interessantes Buch haben der Theologe Küng und der Politikwissenschaftler Senghaas mit diesem Band herausgegeben, findet Rezensentin Anette Bingemer. Ausgangspunkt für die Beiträge zehn prominenter Wissenschaftler anlässlich eines interdisziplinären Symposiums seien zum einen "Küngs Idee eines Weltethos", zum anderen Senghaas' These, dass sich "global governance" ihre Voraussetzungen zunächst selbst schaffen müsse. Vor diesen Hintergrund setzten sich die Wissenschaftler mit verschiedenen Aspekten der internationalen Politik beziehungsweise der internationalen Beziehungen auseinander, wobei es keiner einfach bei einem gewissen Gottvertrauen belasse. Gemein sei allen Beiträgen bei aller Unterschiedlichkeit jedoch, dass sie eine Lanze für politische, religiöse wie kulturelle Differenz und die "Bedeutung der Rahmenbedingungen" brechen, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2003

Durchgehend positiv bespricht Claus Leggewie diesen von Hans Küng und Dieter Sengaas herausgegebenen Band über die ethische Grundlegung internationaler Beziehungen. Allgemein lobt Leggewie die ausführlichen philosophischen Diskussionen, wobei er betont, dass die Autoren auch konkrete Anregungen zu einer grundlegenden Revision der Entwicklungspolitik vorbringen. Etwa, wenn sie für Institutionen des Weltregierens auf Grundlage starker regionaler und subsidiärer Ordnungsstrukturen, good governance als Bedingung von Entwicklungshilfe oder für die Anerkennung kultureller Differenzen plädieren. Statt auf simple Parolen zu setzten, entfalten die Autoren des Bandes ein "wirklich globales Programm", das hausgemachte Probleme des Südens nicht ignoriert, den Gesellschaften des Norden jedoch Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit nahe legt, lobt unser Rezensent. Die Lektüre des Bandes sollte laut Leggewie nicht nur für alle Akteure der Entwicklungsarbeit und global tätige, Manager und Unternehmer Pflicht werden, sondern auch für Globalisierungskritiker, die ihr bequemes Schwarz-Weiß-Denken aufzugeben bereit sind.
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