Hans-Jürgen Schings

Die Revolution des Feindes

Studien zum Ideenkrieg 1914 gegen 1789
Cover: Die Revolution des Feindes
Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg 2024
ISBN 9783826083242
Gebunden, 420 Seiten, 60,00 EUR

Klappentext

Als die französische Seite die Große Revolution von 1789 zum Kombattanten des Ersten Weltkriegs erklärt und die deutsche mit den "Ideenvon 1914" antwortet, entsteht ein Ideenkrieg von weitreichenderWirkung. 1914 gegen 1789 - damit stellte sich Deutschland gegen dieEntente und ihre ideenpolitischen Ressourcen. 1789 - das war derWesten, also die Revolution und ihre Ideen Liberté, Égalité, Fraternité,das waren Menschenrechte, Universalismus, Liberalismus, Demokratie,Sozialismus. 1914 - das war vor allem das sogenannte Augusterlebnis,das jähe Aufflammen eines enthusiastischen Nationalismus. VomSchock des Krieges freigesetzt, suchen dunkle Tendenzen ihre Bahnenund sammeln Kräfte, die weit über den Weltkrieg hinausreichen. Der Ideenkrieg wird zum Kampf um die wahre Revolution.Das neue Buch von Hans-Jürgen Schings verfolgt Weltkriegstopos und Ideenkrieg von den französischen Anfängen bei Henri Barbusse und Charles Péguy bis zum brutalen Ende im NS-Deutschland. Zu den beteiligten deutschen Autoren zählen Ernst Troeltsch, Werner Sombartund Johann Plenge, aber auch Oswald Spengler und der Fundamentalopponent Hugo Ball. In neue Beleuchtung rücken Thomas Mann mitden Betrachtungen eines Unpolitischen und Ernst Jünger mit seinen Revolutionsschriften (Der Arbeiter). Edgar Julius Jung, zuletzt Franzvon Papens Redenschreiber, verkörpert das Endstadium, die verdeckteAuseinandersetzung von konservativer und nationalsozialistischerRevolution. Er wird am 30. Juni 1934 erschossen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2024

Rezensent Hans-Albrecht Koch liest mit Gewinn, wie der Literaturwissenschaftler Hans-Jürgen Schings die Ideen von und hinter 1789 und 1914 einander kontrastierend gegenüberstellt. Anhand von Gewährsleuten wie Charles Peguy, Henri Barbusse und Ernst Jünger und ihren Schriften geht der Autor auf erhellende Weise den Spuren der Kriegsideologien und ihrer Folgen nach, meint Koch. Dass Schings dabei Jünger nicht als "Ja-aber Autor" charakterisiert, sondern als geistigen Wegbereiter des Nationalsozialismus, scheint Koch zu gefallen.

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