Hans von Sponeck, Andreas Zumach

Irak - Chronik eines gewollten Krieges

Cover: Irak - Chronik eines gewollten Krieges
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2003
ISBN 9783462032550
Broschiert, 158 Seiten, 7,90 EUR

Klappentext

Der US-Angriff auf den Irak hat eine lange Vorgeschichte. Mit Hilfe der Medien wurde ein "Psychokrieg" geführt und der Militärschlag vorbereitet, der schon lange vor dem 11. September 2001 beschlossene Sache war. Im Gespräch mit Andreas Zumach belegt Hans von Sponeck im Detail, wie mit "organisierten Lügen" gearbeitet - und wie der Sicherheitsrat zunehmend für die menschliche Katastrophe im Irak verantwortlich wurde. Auch die europäische und deutsche Außenpolitik hat dabei versagt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2003

Ein "von sehr starken politischen Gefühlen durchdrungenes Pamphlet" gegen die Irak-Politik der Vereinigten Staaten und Großbritanniens sieht Rezensent Wilfried von Bredow in Hans von Sponecks und Andreas Zumachs Buch "Irak - Chronik eines gewollten Krieges". Vor allem die gegen den Irak verhängten Sanktionen, für die Sponeck als deutscher UN-Diplomat verantwortlich war, bis er dann aus Protest zurücktrat, werden nach Auskunft Bredows von den Autoren auf das schärfste verurteilt. Diese Sanktionspolitik, referiert unser Rezensent die Autoren, habe die Lebensbedingungen der 23 Millionen Menschen im Irak, abzüglich einer kleinen Herrschaftsclique, drastisch verschlechtert, ohne ihre Ziele zu erreichen. "Problematisch" und "ganz und gar ungerechtfertigt" findet Bredow die Einseitigkeit, mit der Sponeck die Verantwortung für das humanitäre Elend ausschließlich auf die Vereinigten Staaten und andere Staaten, auch auf Deutschland, verteilt. Er hält dagegen, dass es zuallererst an der Führung in Bagdad lag, dass sich die Umsetzung des Programms "Öl für Nahrungsmittel" um vier Jahre verzögerte. Dass Sponeck dem Regime um Saddam Hussein "eine Mischung aus Stolz, Trotz und verzweifelter Hoffnung" zugesteht, stößt bei Bredow auf Unverständnis. Insgesamt betrachtet er das Buch als Beispiel dafür, "wie moralische Empörung, deren Berechtigung man nicht verkleinern sollte, zu arger politischer Einseitigkeit führt."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2003

Mit Interesse scheint die Rezensentin Cathrin Kahlweit das Gespräch zwischen dem taz-Redakteur Andreas Zumach und dem ehemaligen Leiter des UNO-Hilfsprogramms im Irak, Hans von Sponeck, gelesen zu haben. Kombiniert mit einer kurzen Chronik des Irakkonflikts gebe das Buch einen Überblick über die Gründe für die Antikriegshaltung von Sponeck. Ob Kahlweit die "undiplomatischen Worte über unversöhnliche Gegner" überzeugt haben, erfährt man leider nicht aus ihrer kurzen Rezension. Da sie allerdings auch nichts Gegenteiliges schreibt, kann man davon ausgehen, dass sie das Buch als lohnenden Beitrag zu einer aktuellen Debatte empfiehlt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.02.2003

Rezensent Jochen Bittner kann das in Buchform publizierte Gespräch Andreas Zumachs mit Hans von Sponeck wegen seiner unkritischen Pauschalisierungen nicht ganz ernst nehmen. Andreas Zumach mache schon im Vorwort klar, dass er sich "im Besitz der letzten Wahrheit" glaubt, kritisiert Bittner. Das anschließende Interview Zumachs mit dem ehemaligen Leiter des Un-Hilfsprogramms in Bagdad sei "kein Interview, vielmehr lasse sich Sponeck von Zumach mit gefälligen Fragen in eigener Sache vernehmen." Sponecks Argumentation sei zwar faktenreich, aber laut Bittner weniger eine Auseinandersetzung mit dem drohenden Krieg als eine "harsche Abrechnung mit der Sanktionspolitik gegenüber dem Irak". Zumach verliere sich in seiner Schlussbemerkung vollends in Polemik und schafft es laut Rezensent nicht, sich über "zu einfache" Erklärungsmuster hinwegzusetzen.