György Dalos

Der letzte Zar

Der Untergang des Hauses Romanow
Cover: Der letzte Zar
C. H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406713675
Gebunden, 231 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Deutsche Bearbeitung von Elsbeth Zylla. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 1918 wurde Zar Nikolaus II. mit seiner Frau und der gesamten Familie von einem Kommando der Tscheka in Jekaterinenburg ermordet. Der Alptraum aller Monarchien, der sich in Aufständen, Verschwörungen und Attentaten schon angedeutet hatte, war Wirklichkeit geworden. In dieser historisch fundierten, lebendigen Darstellung wird deutlich, wie das beständige politische Versagen der Romanow-Dynastie den revolutionären Prozess befeuert hat, den der letzte Zar nicht mehr aufhalten konnte. György Dalos entwirft ein scharf konturiertes Bild der Zaren im 19. Jahrhundert, ohne die Ursachen für die Nöte der Arbeiter und Bauern zu vernachlässigen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.10.2017

Fasziniert hat Rezensent Michael Hesse György Dalos' Porträt des letzten russischen Zaren gelesen. Der Historiker erzählt ihm nicht nur ebenso flüssig wie kenntnisreich von dem Schicksal des jungen, unerfahrenen Nikolai Alexandrowitsch Romanow, sondern erläutert auch den Zerfallsprozess der russischen Vorkriegsgesellschaft, lobt der Kritiker. Er liest hier von den Anschlägen der Anarchisten, Umsturzversuchen, gescheiterter Politik und dem Spott der Bevölkerung, erfährt, wie der Zar sich von "Einflüsterern" manipulieren ließ und erhält tiefe Einblicke in Nikolais unglückliches Privatleben. Ein brillantes Werk über das Ende der russischen Monarchie, schwärmt Hesse.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2017

Es ist für Rezensent Tim Neshitov zwar nicht ganz ersichtlich, warum György Dalos dem Konvolut der Literatur über den letzten Zaren Nikolaj II. ein weiteres Buch hinzufügen wollte, er findet es aber angesichts der aufgeheizten Diskussion über einen kontroversen Film, der bald erscheinen soll, ein angenehm unaufgeregtes und sorgfältig zusammengestelltes Stück Populärwissenschaft, das auch für Russlandeinsteiger verständlich sei. "Der letzte Zar" verteidigt Nikolaj II. einerseits gegen die Stilisierung als brutaler Despot, stellt andererseits aber ebenso die Heiligsprechung des bekennenden Antisemiten im Jahr 2000 infrage, und geht generell geordnet chronologisch vor, so der Rezensent. Ein besseres Lektorat hätte allerdings ein paar Faktenschnitzer vermeiden können, merkt Neshitov noch an.
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