Klappentext

Aus dem Englischen von Margitt Lehbert. "Der Schwarze Hund" ist ein schonungsloser Essay über Les Murrays Kampf gegen die Depression, mit Gedichten, die der Autor aus dieser Krise heraus schrieb und seinem Essay beigegeben hat, um das Zusammenspiel von Reflexion und schöpferischem Ausdruck zu erhellen. Seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1997 wurde das Buch um ein Nachwort und mehrere Gedichte erweitert. Auch für die deutsche Ausgabe hat Les Murray die Auswahl leicht verändert. Der Autor beschreibt, wie seine Familiengeschichte, seine Erfahrungen mit Mobbing und sein Asperger-Syndrom in einem Zusammenbruch mündeten, und wie er die Kraft fand, aus diesem inneren Dunkel heraus Gedichte zu schreiben und zugleich mit Medikamenten und Gedanken gegen es anzukämpfen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.02.2013

Viele Dichter heutzutage sind zwar gut gelaunt, schreiben gar nicht schlecht und sind vielseitig einsetzbar, erklärt Dieter M. Gräf, aber sie sind eben auch berechenbar: Dichtung, "pünktlich mit viertelstündiger Verspätung", witzelt er. Man mag nun vom australischen Dichter Les Murray denken was man will, aber in diese Riege gehört er definitiv nicht, findet der Rezensent. In "Der schwarze Hund" finden sich jetzt nicht nur ein paar neue Gedichte Les Murrays sondern auch ein essayistisches Selbstbekenntnis. Der Dichter offenbart darin, dass er lange unter schweren Depressionen litt, seine Lesereisen nur mit starken Medikamenten bestreiten konnte und wie das alles mutmaßlich mit seiner eigenen Kindheit zusammenhängt, fasst Gräf zusammen. Der starke Bezug zu Schulhof-Hänseleien und sexuellem Frust findet sich auch in den Gedichten wieder, zum Beispiel wenn es in "Rockmusik" heißt: "Sex ist ein Nazi, doch was ist ein Nazi mehr als Sex, hochgeschaukelt für die Massen?" Auch wenn der Rezensent nicht alle Gedichte großartig findet, der Größe von Les Murray tun sie keinen Abbruch, meint er.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.01.2013

Von diesem Autor lernt Jürgen Brocan, dass die Depression sich nicht gänzlich besiegen, jedoch zügeln lässt. Les Murrays Selbstanalyse, die ihn zurück in seine Kindheit und Jugend führt, zu frühen Demütigungen, aber auch zu Mitteln der Bewältigung, zur Dichtung namentlich, liest Brocan als Rechenschaftsbericht, der auch auszuteilen weiß. Gegen den Literaturbetrieb und die Prüderie der Gesellschaft. Leidensgenossen mit Asperger-Syndrom schließlich könne das Buch ein Trost sein, so Brocan.