Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2002
Wie "Miniszenarien" für Filme von David Lynch sind Rezensent Stefan Weidner diese ersten Erzählungen des deutsch schreibenden Luxemburger Lyrikers vorgekommen. Was Wahn und was Wirklichkeit sei, wisse man als Leser bald nicht mehr zu unterscheiden, merkt Weidner mit wohligem Schaudern an und skizziert ein paar Plots, um zu verdeutlichen, was er meint. Gewalt spielt in diesen Erzählungen augenscheinlich eine wichtige Rolle, und die abrupte Art, wie sie plötzlich in den Alltag dringt. Als "Psychogramm unseres Alltags" findet der Rezensent diese Geschichten aussagekräftiger "als die meisten kürzeren Erzählungen der letzten Jahre". Nicht "Simple Stories", sondern die Kurzprosa der Expressionisten sei die Schule, die diesen Autor hervorgebracht habe: auch für den jetzigen Jahrhundertanfang immer noch eine gute Schule, findet unser hochzufriedener Rezensent.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…