Jean Krier

Tableaux - Sehstücke

Gedichte
Cover: Tableaux - Sehstücke
Gollenstein Verlag, Blieskastel 2002
ISBN 9783935731133
Kartoniert, 96 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Mit farbigen Illustrationen von Max Neumann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2002

Jean Krier schreibt exquisite Gedichte, findet Angelika Overath, die ihrem Titel "Tableaux - Sehstücke" auch editorisch alle Ehre machten und sich tatsächlich sehen lassen könnten. Overath bedauert zutiefst, dass der saarländische Dichter zu den Unbekannten zählt und auch dieser neue inhaltlich wie buchgestalterisch beeindruckende Band daran nichts ändern wird. Krier habe einen Hang zur rhythmisierten Prosa, beschreibt Overath Kriers lyrischen Stil, die Gedichte seien meist langzeilig und im Duktus mal elegisch, mal sarkastisch. De Gedichtband ist in zwei Teile unterteilt, wobei sich der erste Teil "Marines" der nördlichen Meereslandschaft verschrieben hat und der zweite "Memento" eher mediterrane Eindrücke festhält. Die "Sehstücke" klauben kaputte Redensarten, fremdsprachliche Brocken, Fragmente literarischer Zitate auf, schreibt Overath, sie erhaschten die Umgebung aus den Augenwinkeln und formulierten sie zu "Restempfindungen". Immer aber seien die "Sehstücke" auch "dichtungstheoretische Seestücke", behauptet die Rezensentin, in denen die Sprache Wörter aufgreift oder treiben lässt wie das Meer sein Strandgut. Für Overath die schönste Buchveröffentlichung der Saison.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.08.2002

Es handelt sich um den zweiten Lyrikband von Jean Krier, der im übrigen aus Luxemburg stammt, wie man in der kurzen Kritik von Nico Bleutge erfährt. Bleutge kommt auf den Titel zu sprechen und meint, mit kontemplativer Betrachtung oder ausdauernder Beobachtung hätten die Gedichte nichts gemein. Sie zeugten vielmehr von einem hektischen Blick, der den dabei eingefangenen Assoziationen andeutungsweise eine Perspektive verleiht. Das lyrische Ich erweist sich dabei als ausgesprochen flüchtig, sprunghaft, aber wortgewandt, es hüpft - leichtfüßig, meint Bleutge - von Motiv zu Motiv, wirft Sprache und Dialekte durcheinander, variiert Rhythmen und dreht Redensarten herum. Manches wirke ein wenig überdreht, so Bleutge, aber alles in allem macht es ihm Spaß, in dieser Schule des "unruhigen Sehens" zu Gast zu sein.
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