Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2002
Paul Jandl würdigt die "ehrliche Wut", die in diesem literarischen Pamphlet auf die österreichische Regierung steckt. Ein Buch über die Kanzlergattin, das "die Stunde der wahren Empfindung" offenbare. Wenn auch keine angemessene literarische Form in dieser "gemächlich beschleunigten Suada", die zu den Versäumnissen der österreichischen Mitte-Rechts-Regierung Stellung bezieht, zu finden sei, so lasse doch die "Glaubwürdigkeit ihres Antriebs" die Qualität des Textes erkennen. Der Verweis auf die von Ernst herausgegebene Zeitschrift "Kolik" bietet einen Anhaltspunkt. So werde aus dem Text eine "politische Kolik", die jedoch als "radikal-kathartisches Seitenstück der österreichischen Literatur" nicht mehr Beachtung erheischen würde, als vormals geäußerte Polemik. Mehr als eine persönliche Regierungskritik mit Ausrichtung auf die private Sphäre der Macht sieht der Rezensent in der Schrift nicht: "Es ist der Höhepunkt von Gustav Ernsts ritueller Selbstreinigung, der man den leiblichen Schmerz des österreichischen Intellektuellen jederzeit anmerkt."
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