Gunnar Decker

Franz Fühmann

Die Kunst des Scheiterns. Eine Biografie
Cover: Franz Fühmann
Hinstorff Verlag, Rostock 2009
ISBN 9783356012941
Gebunden, 455 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Die Biografie von Gunnar Decker fragt nach dem, was es ist, das Fühmann bei seiner Wandlung, dem langen irrtumsreichen Weg zu sich selbst, zum Maßstab wurde. Die Dichtung Georg Trakls, das Romantik-Thema von E.T.A. Hoffmann bis zum "Bergwerk" wird zum inneren Movens des Zu-Sich-selber-Kommens. Scheitern hierbei verstanden, als die sich häufig versagende äußere Erfüllung, die zu einer Intensivierung seiner inneren Wahrnehmung und Steigerung des ästhetischen Ausdrucksvermögens führt. Mit Fühmanns Leben, seiner tiefen Verstrickung in die Brüche und Katastrophen des 20. Jahrhunderts, öffnet sich ein Panorama, das die Biografie über ein Geschichtenbuch hinaus zum Geschichtsbuch macht. Nach 1990 ist Fühmanns große, unbestreitbar gesamtdeutsche Bedeutung, ein Dichter der Krise zu sein, allzu sehr in den Hintergrund getreten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2009

Da der vor 25 Jahren verstorbene Schriftsteller Franz Fühmann nach Ansicht von Alexander Cammann heute "fast vergessen" ist, begrüßt er den biografischen Essay von Gunnar Decker, der bereits als Biograf von Gottfried Benn, Vincent van Gogh und Rainer Maria Rilke hervorgetreten ist. Allerdings lässt der Rezensent keinen Zweifel daran, dass der Verfasser seines Erachtens dem "schillerndsten" deutschen Autor des letzten Jahrhunderts damit keineswegs gerecht wird. Der "radikal subjektive" Ansatz Deckers stelle eine unangemessene Vereinnahmung Fühmanns dar, und auch stilistisch ließen die Ausführungen des Autors einiges zu wünschen übrig, bekrittelt Cammann. Immerhin weiß der Rezensent aber zu würdigen, dass in Deckers Buch Fühmann die Bedeutung zugewiesen wird, die dem Schriftsteller, der sehr schmerzhafte Verwandlungen vom fest an den "Endsieg" glaubenden Junglyriker zum in der sowjetischen Kriegsgefangenschaft gewandelten Kommunisten bis zum späteren DDR-Kritiker durchmachte, auch gebührt.
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