Yoga kann man heute überall praktizieren - in Mumbai, Los Angeles und auf jeder Almhütte. Es gibt Yin-Yoga, Power-Yoga, Aerial-Yoga, neuerdings auch Bier- und Wein-Yoga. Schon lange ist Yoga mehr als nur eine Praxis für ein paar Eingeweihte. Es ist Lebensphilosophie, Heilsweg, für manche Sport - und ein sehr lukrativer Wirtschaftszweig. Wie ist es so weit gekommen? Und hat das, was wir heute als "Yoga" bezeichnen - eine Abfolge an Posen und Bewegungsmustern, Atem- und Entspannungstechniken -, überhaupt noch etwas mit dem gemein, was vor vermeintlich Tausenden von Jahren auf dem indischen Subkontinent als Yoga bezeichnet wurde?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.07.2025
Gunda Windmüllers Yoga-Buch hält für Rezensentin Susanne Billig alles bereit, was man sich wünschen kann: witzige Anekdoten, kluge Ausführungen, einen übersichtlichen und interessanten Überblick über viele hundert Jahre Yoga-Geschichte. Die Rezensentin lernt zum Beispiel, das das heutige "Körper-Yoga", wie es heute praktiziert wird, erst seit 150 Jahren gibt, früher verstand man unterschiedliche Dinge darunter, vor allem Meditation. Billig kann auch gut nachvollziehen, wie sich die westliche Kultur die Yoga-Praxis seit dem 18. Jahrhundert aneignete und sie verfremdete, und sie schließlich in heutigen Zeiten zum Sport und Fitnessinstrument umfunktionierte. Phänomene, wie die "romantische Indienbegeisterung in Deutschland", aber auch die dunklen Seiten von Selbstoptimierungs-Zwang oder Gewalt in der Yogaszene, spricht Windmüller hier auf sehr gekonnte Weise an, findet Billig, die die "Einladung" der Autorin, Yoga in seinen sozio-historischen Kontexten zu betrachten, nur allzu gerne annimmt.
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