Mit einem Nachwort von Florian Grosser. Jede Emigration ist ein fundamentaler Bruch im Leben. Sie entwurzelt den Menschen, macht ihn sprachlos, einsam und unsichtbar. In schonungsloser Ehrlichkeit berichtet Günther Anders von der Scham und Schande, die seine eigene Existenz als Geflüchteter mit sich gebracht hat. Sein fulminanter Essay wirft neues Licht auf die "moralische Hauptmisere" des 20. Jahrhunderts und behandelt zugleich das politische und gesellschaftliche Reizthema unserer Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021
Rezensent Helmut Mauró liest diesen wiederaufgelegten Essay aus dem Jahr 1962 mit Bedrückung. Der Schriftsteller Günter Anders verarbeitete darin seine Erfahrung in der Emigration, wie Mauró erklärt, die Vertreibung aus der Heimat, den Verlust seiner selbst in der Fremde, das Abreißen der Lebenskonstante. Der Rezensent erkennt in dieser Philosophie der Emigration "kondensierte Wut und Trauer", aber auch einen kalten Scharfsinn, der ans Verächtliche grenzt, wenn er die Kleinbürger verhöhnt, die sich für ein bisschen soziale Geborgenheit "der Fremde an den Hals" werfen.
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