Aus dem Türkischen von Johannes Neuner. 2016, im Jahr des Militärputschs in der Türkei, beschließen die drei Freundinnen Dunya, Tuba und Suna, für ein paar Tage nach Portugal zu reisen. Während ihres Urlaubs erreicht sie die Nachricht, dass eine von Tuba und Dunya verfasste regierungskritische Akte von der Polizei in Istanbul beschlagnahmt wurde. Sie können nicht zurück und sind gezwungen, ins Exil zu gehen. Tuba bleibt für eine Weile in Portugal, Suna reist nach Indien und Dunya geht nach Berlin - den Ort, an den sie als Kind mit ihrer türkischen Mutter migriert und aufgewachsen war. Dort kehren ihre traumatischen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend langsam zurück: die Ausgrenzung und der Rassismus den Migrant*innen in Deutschland erfahren und die gewaltvolle Ablehnung ihrer Mutter gegenüber ihrer queeren Identität.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.10.2022
Rezensent Dirk Fuhrig liest Barbaros Altugs Roman als teils autobiografisch grundiertes Buch über die Erfahrung von Heimatverlust und Neuorientierung. Anhand dreier Frauen aus Istanbul im Exil zeigt der Autor laut Fuhrig die radikalen Veränderungen im Leben der Frauen, aber auch ihre Träume, Wünsche und Hoffnungen. Mit literarischen Referenzen konstruiert der Autor einen vielschichtigen Text voller Feingefühl und Eindringlichkeit, findet der Rezensent. Altug findet eine Sprache, die den Figuren nahe kommt, ohne gefühlig zu sein, meint er. Ein berührendes, trotz allem optimistisches Buch, so Fuhrig.
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