Kevin Brooks

The Road Of The Dead

(Ab 14 Jahre)
Cover: The Road Of The Dead
dtv, München 2008
ISBN 9783423712866
Taschenbuch, 350 Seiten, 11,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Zwei Brüder suchen den Mörder ihrer Schwester und geraten in einen Hexenkessel von Einschüchterung, Erpressung und Gewalt. "Der Tod Ihrer Schwester war ein Versehen", sagte er nebenhin. "Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. So was passiert eben leider manchmal." Spät eines Nachts erfahren die beiden Brüder Ruben und Cole, dass ihre Schwester Rachel tot ist - sie wurde erwürgt, in einer gottverlassenen Gegend viele Meilen weit weg von ihrem Zuhause in London. Ruben und Cole brechen auf in diese Einöde, um mehr über den Mord und die Ermittlungen herauszubekommen, denn erst wenn der Mörder gefunden ist, kann Rachel beerdigt werden. Insgeheim ahnt Ruben - der Jüngere und Sensiblere der beiden -, dass es für Cole um mehr geht: Cole will Rache.
Ruben kennt Coles Impulsivität und weiß, wie rasch sein Bruder zuschlagen kann; er will Cole vor sich selbst schützen. Doch das Dorf in Dartmoor, wo Rachel ihre letzten Tage verbrachte, entpuppt sich als Hexenkessel und den beiden schlägt so viel Hass entgegen, dass auch Ruben machtlos ist gegen den Strudel der Gewalt, in den Cole sich bewusst hineinbegibt. Gewalt erscheint in dieser gesetzesfernen Welt als das einzige Mittel, um herauszufinden, was Rachel wirklich passiert ist, als der einzige Weg, diejenigen dingfest zu machen, die für ihren grausamen Tod verantwortlich sind. Kann dieser Zweck die Mittel heiligen? Was passiert mit denen, die letztlich ähnlich handeln wie ihre Feinde? Verändern gute Motive den Charakter der Tat? So oder so droht die einmal entfesselte Gewalt auch Ruben fürs Leben zu zeichnen ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2008

Rezensent Thomas Binotto ist nicht gerade überzeugt von diesem Jugendbuch im Thrillergewand - auch wenn der Autor Kevin Brooks ein sehr solides, knallhartes Genrewerk abgeliefert hat. Aber etwas Besonderes ist das Buch seiner Meinung nach eben nicht. Zudem leuchtet Binotto nicht ein, wieso der Roman als Jugendbuch deklariert wird, denn seiner Meinung nach enthält das Buch keinen pädagogischen Mehrwert, dafür aber viel explizite Gewalt. Und es stören ihn dramaturgische Schwächen und die Neigung des Autors, Klischees, etwa über die ethnische Abstammung seiner Protagonisten, unreflektiert in seinem Handlungsverlauf zu implizieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Der vierzehnjährige Ruben hat telepathische Fähigkeiten - deshalb spürt er buchstäblich am eigenen Leib, wie seine große Schwester Rachel "überfallen, vergewaltigt, ermordet" wird. Die beiden sowie ihr Bruder Cole, der nach dem brutalen Vater geraten ist, sind halb englisch und "zur Hälfte Zigeuner". Ruben und Cole machen sich auf, den Mord selbst aufzuklären und der Leser ist sehr direkt mit dabei. Einerseits will Rezensentin Christina Hoffmann nicht bestreiten, dass das alles gekonnt gemacht und vor allem spannend erzählt ist. Andererseits sei es aber auch ziemlich starker Toback mit "Blutbädern und Psychoterror". Angesichts mehr als einmal mangelnder Plausibilität und eines wirklich ganz schwachen Endes hätte Kevin Brooks, findet Hoffmann, vielleicht etwas weniger Mühe auf die Gewalttätigkeiten und mehr auf sorgfältige Figuren- und Plotentwicklung verwenden sollen.
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