Graham Greene

Eine Art Leben

Cover: Eine Art Leben
Zsolnay Verlag, Wien 2004
ISBN 9783552053113
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Dieter Hildebrandt. Lautstark gepriesen und verteufelt als konservativ, progressiv, katholisch und marxistisch - bis heute wird Graham Greenes Leben von Verdächtigungen umrankt. Am 2. Oktober 2004 wäre er 100 Jahre alt geworden. "Eine Art Leben", 1971 zum ersten Mal erschienen, erzählt von Greenes Jahren als junger Mann und von seinem "Kampf gegen die Langeweile", der ihn zum britischen Geheimdienst brachte und in dessen Auftrag er zum Beobachter internationaler Krisenherde wurde.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004

Dem Zsolnay Verlag und Übersetzer Dieter Hildebrand ist es zu verdanken, dass den deutschen Versionen einiger Werke Graham Greenes nun die "plattfüßige Umständlichkeit" fehlt, die frühere Übertragungen oftmals aufwiesen, freut sich Rezensent Carlos Widmann. So geschehen auch im Fall der Autobiografie Greenes, die der Verlag anlässlich des 100. Geburtstags zum zweiten Mal herausgibt. Das Selbstporträt Greenes ist streckenweise allerdings "mit Vorsicht zu genießen", warnt der Rezensent. Er attestiert dem Schriftsteller die Tendenz, aus "faszinierenden Gedankenspielen" höchst reale Begebenheiten gemacht zu haben. So zweifelt der Kritiker beispielsweise Greenes Behauptung an, er habe als 19-Jähriger beim russischen Roulett sechs Mal abgedrückt - "arg viele" Beinahesuizide für einen Mann, der "nichts dem Zufall überließ". Abgesehen von der Schilderung der Kindheit oder literarischen Vorbildern ist auf Greenes Zeugnis wenig Verlass, woran auch die "elegant übertragene" Fassung Dieter Hildebrand nichts ändert, meint Widmann, der dennoch viel Spaß bei der Lektüre gehabt zu haben scheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2004

Beeindruckt zeigt sich Gregor Schuhen von Graham Greenes "Eine Art Leben", dem ersten Teil der Memoiren des Autors, ursprünglich 1971 erschienen. Die Flucht aus dem bürgerlichen Ennui, der Kampf gegen die Langeweile, frühe Selbstmordversuche und ein Faible für Russisches Roulette, manisch-depressive Verstimmtheit und Psychoanalyse - Schuhen fühlt sich von Greene, den es mit existenzieller Macht aus der Beschränktheit seiner ländlichen Herkunft herausdrängte, an Flauberts Madame Bovary erinnert. Wenn vielleicht Greene auch in seinen fiktionalen Werken als Schriftsteller stärker zu glänzen vermochte, empfiehlt der Rezensent "Eine Art Leben" doch als "Basislektüre" für das Hauptwerk.
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