Aus dem Englischen von Sabine Franke. Mit gemischten Gefühlen begibt sich der jüdische Wissenschaftler Daniel Mond auf Geheiß seines Doktorvaters 1952 von Cambridge aus nach Göttingen, wo der rätselhafte Nachlass eines deutschen Mathematikers lagert, der Mond bei seiner eigenen Arbeit weiterhelfen soll. Auch die Vertreter einiger Geheimdienste interessieren sich für das Geheimnis hinter den Aufzeichnungen: Ein amerikanischer Historiker mit erstaunlich viel Zeit, ein dubioser ehemaliger Wehrmachtsoffizier, ein diabolischer englischer Füsilier und ein Göttinger Mathematiker, der selbst an der Entschlüsselung der Schrift gescheitert ist - sie alle suchen Monds Nähe. Eigentlich ein erklärter Pazifist, freundet dieser sich aber ausgerechnet mit Soldaten eines Panzerregiments an, die in einem Militärmanöver zwischen Bielefeld und Baden-Baden die Kriegsführung nach einem atomaren Angriff üben. Als Mond kurz vor der Vollendung seiner Arbeit in immer merkwürdigere und bedrohlichere Situationen gerät, bittet er seinen Freund Fielding Gray, den Kommandeur der Panzerschwadron, um einen großen Gefallen. - Im aufkommenden Kalten Krieg wird das beschauliche Göttingen zu einem Ort, an dem zwei britische Traditionsregimenter aus ihrer prunkvollen Vergangenheit ins Atomzeitalter taumeln und an dem antikommunistische Amerikaner ebenso mit alten Nazis anbandeln wie britische Antiamerikaner.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2020
Kurz, aber wohlwollend bespricht Rezensent Gustav Seibt diesen Roman, der Teil des zehnbändigen Zyklus "Almosen fürs Vergessen" ist. "Die Säbelschwadron" ist der zweite nun auf Deutsch vorliegende Band und spielt in Göttingen in der frühen Nachkriegszeit. Der Roman ist nicht lang, aber alles kommt vor: Die neue Atombewaffnung die zwiespältigen Gefühle des jüdischen Protagonisten gegenüber Nachkriegsdeutschland, der Kalte Krieg. Seibt scheint sich gut unterhalten zu haben und zählt sich zur "deutschen Raven-Gemeinde", die sich längst etabliert habe.
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