Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2005
In bewährter Form lässt die historisch-kritische Werkausgabe Gottfried Kellers Einblick nehmen in die Entstehungsgeschichte des letzten Romans von Gottfried Keller. Gerade dieses Buch erschien unter verschärften Bedingungen, weiß Sabine Doering jetzt, nämlich als Fortsetzungsroman in der "Deutschen Rundschau", weshalb zum Beispiel durchaus bestehende Ansätze für Handlungsverwicklungen gekappt werden mussten, um schnell zum gewünschten Schluss zu kommen, erklärt sie. Die Herausgeber berichteten über die Entstehung des Romans und dokumentierten auch die frühe Rezeption, teilt Doering mit, wobei sie die Möglichkeiten moderner Datentechniken nutzten. Dem Text- und Kommentarband sei eine CD beigefügt, die den kompletten Wortlaut des Romans enthalte, außerdem Skizzen und Einfälle zu dem Roman. Wem dies in der Benutzung zu kompliziert sei, der werde durch das reichhaltige Bildmaterial entschädigt, glaubt Doering, das u.a. die handschriftlichen Entwürfe Kellers präsentiere.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.12.2004
Die Rezensionsnotiz von "rbl" bespricht zugleich die historisch-kritische Neuausgabe des "Martin Salander" und den dazugehörigen Apparat-Band. Letzterer nämlich vermöge sehr viel Erhellendes über die Entstehungsgeschichte von Kellers letztem Roman zu berichten. So erfährt man, dass das Buch vom Herausgeber der "Deutschen Rundschau" bereits angekündigt wurde, bevor Keller noch die erste Zeile seines dann zunächst in Fortsetzungen erschienenen Romans geschrieben hatte - eine Art Erpressung zum Schreiben. Über die Notwendigkeit der Verfertigung der einzelnen Abschnitte mit dem Fortsetzungs-Termindruck, der sich daraus ergab, hat Keller viel geklagt, auch das ist im Kommentarband dokumentiert. Der Rezensent lobt die "Vorzüge" der neuen "Edition" als vielfältig und erwähnt besonders die "Paralipomena", Notizen, die während der Niederschrift des Romans entstanden.
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