Kultur im Spiegel der Literatur. Die Schweiz als multikulturelle Nation hat über die Jahrhunderte hinweg regionale Eigenheiten in Kultur und Literatur bewahrt. Von den ersten literarischen Zeugnissen im Mittelalter bis in die Gegenwart werden die prägenden Werke und einflussreiche Autoren vorgestellt. Darunter: Gottfried Keller, Conrad Ferdinand Meyer, Robert Walser, Friedrich Dürenmatt, Max Frisch, Urs Widmer, Adolf Muschg und Zoë Jenny. Neben der deutschsprachigen Literatur stehen die französische, italienische und rätoromanische Literatur der Schweiz mit ihren ganz eigenen Ausprägungen. Es erwächst erstmals ein lebendiges Gesamtbild der schweizerischen Literatur und Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2007
Der Versuch der Herausgeber Peter Rusterholz und Andreas Solbach, die Defizite deutscher Literaturgeschichten hinsichtlich der Schweizer Literatur aufzuheben, löst bei Roman Bucheli vor allem die Sehnsucht nach einer "richtigen" Geschichte der Schweizer Literaturen aus. Zunächst stellt er etwas verwundert fest, dass der Band bei immerhin 500 Seiten lediglich 40 zur Romandie, 20 zur rätoromanischen und magere 8 Seiten zur Literatur der italienischen Schweiz zu bieten hat. Zudem vermisst der Rezensent das, was er sich am stärksten von dieser Literaturgeschichte erhofft hat, nämlich die Einordnung der einzelnen Autoren in einen spezifisch Schweizer Kontext, dieses Versprechen sieht er bestenfalls in dem Kapitel über Schweizer Frauenliteratur eingelöst. Diese Literaturgeschichte der Schweiz ist also laut Bucheli nicht dazu angetan, die Lücken vorhandener Literaturgeschichten zu schließen und so sieht er hier noch ein Desiderat, dem sich künftige Literaturwissenschaftler widmen können.
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