Giwi Margwelaschwili

Der Kantakt

Aus den Lese-Lebenserfahrungen eines Stadtschreibers
Cover: Der Kantakt
Verbrecher Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783940426192
Gebunden, 800 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

In "Der Kantakt" wird der deutsch-georgische Autor Giwi Margwelaschwili erstmals selbst zu einer Figur seiner Lese- und Lebenswelten. 1995 ist er Stadtschreiber von Rheinsberg - folgerichtig liest er dort "Rheinsberg - Ein Bilderbuch für Verliebte" von Kurt Tucholsky. Und er versucht, mit Tucholskys Liebespaar, Wölfchen und Clairchen, in Kontakt zu treten, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie Figuren der Literatur sind und ihre Liebe daher unvergänglich ist. Dass sie immer, wenn ein neuer Leser das Buch aufschlägt, ihre wunderbare Romanze neu erleben werden, dass sie also das Glück haben, ganz im "schönen Augenblick" Goethes verweilen zu dürfen.
Doch die Kontaktaufnahme gestaltet sich schwierig. Zunächst begleitet Margwelaschwili das Paar durch Rheinsberg. Dabei erlebt er einige skurrile Situationen. Beispielsweise lernt er "Hintergrundpersonen" der Geschichte kennen und philosophiert mit ihnen über ihre Wirklichkeit. Dem verliebten Paar aber kann er sich zunächst nicht nähern...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2010

Für Anne-Dore Krohn sind Leser "Touristen, die an der gleichen Stadtführung teilnehmen". In seinem Roman "Der Kantakt" unternehme der 83-jährige "Literaturrebell" Giwi Margwelaschwili aber alles, um seiner eigenen Beobachterrolle zu entkommen, so die Rezensentin. Er greife sich Tucholskys Liebesnovelle "Rheinsberg" und klinke sich in seinem achthundertseitigen "Metabuch" kurzerhand selbst mit in die Erzählung ein. Mit dieser von ihm als "Ontotextologie" bezeichneten Vorgehensweise gehe er über Roland Barthes Diktum vom "Leser als sinnstiftender Instanz" hinaus und nehme innerhalb der Erzählung eine Sinnveränderung vor. Wenn der Autor in verschiedenen Nebenfiguren Tucholskys Liebespaar immer wieder Ratschläge erteilt oder in der Erzählung über "Lese-Lebensumstände" reflektiert, gehört dies für die Kritikerin mit zu dem "witzigsten", was sie je über Nebenfiguren gelesen hat. Und so verzeiht sie gern die ein oder andere Albernheit, denn diese "versponnene" Werk hat ihr viel Freude bereitet.
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