Gilles Rozier

Im Palast der Erinnerung

Roman
Cover: Im Palast der Erinnerung
Die Andere Bibliothek, Berlin 2012
ISBN 9783847703341
Gebunden, 450 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen übertragen von Claudia Steinitz und Barbara Heber-Schärer; aus dem Jiddischen von Niki Graca und Esther Alexander Ihme; aus dem Hebräischen von Ruth Melcer. "Sie bitten mich, von einer für immer versunkenen Welt zu erzählen ..." Eine alte Dame hütet in ihrem Palast der Erinnerung das Gedächtnis an ein verlorenes Land, ein versunkenes Atlantis, wo die Poesie regierte - verfasst in Jiddisch, Muttersprache von 11 Millionen Menschen vor dem letzten Krieg. Sulamita, Tochter eines vormals berühmten Fotografen und Schriftstellers, erzählt vom Werdegang von drei Dichtern, "Sternschnuppen" am Himmel vom Warschau, die sich entschieden haben, die alte Sprache Jiddisch wieder einheimisch zu machen: Uri-Zwi Grinberg (1896-1981), Perez Markisch (1895-1952) und Melech Ravitch (1893-1976). Damals waren sie jung, hatten ihre Geliebten und den Ruhm ihrer Sprache - bis zur Katastrophe, von Hitler bis Stalin, in der alles verschwand. Im Palast der Erinnerung wird alles wieder lebendig, erwachen Geschichten, Anekdoten, Briefe und Gedichte - erstehen alte Kulturlandschaften wieder auf, leuchtet in Prosa und Poesie die Sprache eines alten Europa.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2012

Mit Gilles Roziers neuem Roman "Im Palast der Erinnerung" hat Rezensent Jürg Altwegg ein wunderbares Buch über die vergessenen Poeten der jiddischen Literatur gelesen. Er folgt hier dem jungen Pariser Pierre, der nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern erfährt, dass er polnische Wurzeln hat und daraufhin versucht in jiddischen Gedichten seiner Herkunft nachzuspüren. Bei seinen Recherchen lernt er die alte Herausgeberin Sulamita kennen, mit der er sich auf die Spuren der drei Poeten Uri-Zwi Grinberg, Melech Rawicz und Peretz Markish begibt, so der Kritiker. Altwegg liest nicht nur eine zarte, an "Harold und Maude" erinnernde Liebesgeschichte, sondern taucht in diesem "reichen" Buch auch tief in das Warschau der zwanziger Jahre ein. Darüber hinaus lobt er Roziers Gabe, stimmungsvoll und eindringlich zu erzählen.