Gila Lustiger

Woran denkst du jetzt

Roman
Cover: Woran denkst du jetzt
Berlin Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783827010179
Gebunden, 286 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Die Geschichte beginnt mit ihrem Ende. Onkel Paul war lange krank gewesen, sein Tod war keine Überraschung, und doch ist da erst mal Stille, Wut und Ratlosigkeit. Belangloses, Erinnerungen und Alltägliches mischen sich in das Gespräch der Schwestern. Aufgewühlt von der Trauer, für die sie noch keine Worte haben, erzählen sich Lisa und Tanja von Onkel Paul. Er war an die Stelle des Vaters getreten, als sich die Eltern scheiden ließen. Er übernahm die Rolle der Mutter, als sie sich nach der Trennung nicht um die heranwachsenden Töchter kümmern konnte. Heute ist Tanja eine erfolgreiche Wirtschaftsexpertin, hat Familie, einen soliden Mann und eine niedliche Tochter. Lisas Schauspielerkarriere ist zwar gescheitert, doch sie hat sich ein Leben als Therapeutin aufgebaut. Paul, selbst ein Mann der Kunst, des guten Geschmacks, hatte sich mehr gewünscht, denn seine beiden Nichten sollten alles werden, nur nicht gewöhnlich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2011

Gila Lustigers eindringlicher Familienroman "Woran denkst du jetzt" hat Beatrice Eichmann-Leutenegger nicht kalt gelassen. Im Zentrum sieht sie zwei Schwestern, die anlässlich des Todes ihres Onkels ein langes nächtlichen Gespräch über familiäre Irrungen und Wirrungen führen. Sie bescheinigt der Autorin nicht nur ein differenziertes Porträt der beiden Frauen, sondern auch einen tiefen Blick unter die Oberfläche ihrer Familiengeschichte. Das Ganze hat in ihren Augen Witz, aber auch einige Längen. Nichtsdestoweniger weist der Roman für sie zunehmend Tiefgang auf. Besonders hebt sie dabei die Kompromisslosigkeit hervor, mit der die Autorin den Tod thematisiert.