Das Thema der Migration bildet dabei einen zentralen Schwerpunkt ihrer politischen Kampagnen und Vorstöße. Die Strategie rechtspopulistischer Parteien ist es, Migration als gesellschaftlichen Konfliktbereich darzustellen und mit sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Krise des Wohlfahrtsstaates usw. zu verknüpfen, um Handlungsbedarf gegenüber Migrantinnen und Migranten zu manifestieren. Sie liefern Deutungen zu Phänomenen der Migration, die sich auf angebliche kulturelle Unterschiede zwischen Migrationsgruppen und der einheimischen Bevölkerung beziehen und tragen damit zur zunehmenden Kulturalisierung der Diskussionen über Migration bei. Seit den 1960er Jahren sind die rechtspopulistischen Parteien im schweizerischen Parteiensystem verankert und legen ihren Hauptfokus auf das Migrationsthema. Insgesamt schafften in den letzten vierzig Jahren sieben dieser Parteien den Einzug ins nationale Parlament, mehr als in jedem anderen westeuropäischen Land.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2008
Der Rezensent mit dem Kürzel C.W. findet die von den Autoren Damir Skenderovic und Gianni D'Amato aufgeworfene Frage, inwiefern ein Zusammenhang "zwischen Rechtspopulismus und Migrationspolitik" in der Schweiz besteht, zwar spannend - vor allem unter dem Aspekt, dass Volksabstimmungen in der Schweiz zu keinem anderen Thema so oft abgehalten werden wie in der Ausländer- und der Asylpolitik. Die Studie bietet aber nach C.W.s Meinung nur eingeschränkten Erkenntnisgewinn und es lassen sich auch keine "klaren Kausalitäten" nachweisen. Das liege unter anderem daran, dass beide Aspekte vornehmlich separat behandelt werden und in der Untersuchung nur wenig neue Materialien ausgewertet werden. Lediglich einige Interviews seien eigens dafür geführt worden.
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