Mit 37 mitlaufenden s/w-Abbildungen. Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer Suche nach sich selbst und zur Frage nach den Grenzen, die wir ziehen, um das zu schützen, woran wir glauben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2018
Christoph Schröder schätzt das Debüt von Gianna Molinari für die Bilder, die die Autorin für die Krise des Individuums innerhalb der Krisenhaftigkeit der Gegenwart findet. Dezent, präzise, zugleich anspielungsreich und im Tempo "getragen" erscheint Schröder der Text um eine Nachtwächterin in einer Kartonagenfabrik, die sich ihren Gedanken überlässt und eine Philosophie des Sehens und Nichterkennens entwickelt. Überzeugend und von einer zeitlosen Atmosphäre findet Schröder den Text.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2018
Betörend verstörend findet Rezensent Andreas Platthaus Gianna Molinaris Roman. Auch wenn die Autorin alles zu versuchen scheint, um ja nicht spektakulär zu erzählen oder ihre Figuren (von der Protagonistin abgesehen) anders denn als Typen zu zeichnen, gerät Platthaus in den Sog des lapidar erzählten Textes. Das liegt an der psychologischen Studie, die die Autorin entwirft. Eine junge, leicht stoische Frau, die einen Job als Nachtwächterin annimmt und von einem Wolf träumt, spielt darin die Hauptrolle. Ihre Zeichnungen und Fotos, die im Buch mit abgedruckt sind, bedeuten Platthaus die Zersplitterung ihrer Persönlichkeit. Genug, um das Interesse des Rezensenten wachzuhalten.
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