Aus dem italienischen, mit erläuternden Anmerkungen und einem Nachwort von Burkhart Kroeber.
Mit einem Essay von Paul Heyse über Leopardis Weltanschauung.
Leopardis "Operette morali" gelten in Italien seit ihrem ersten Erscheinen 1827 als Musterbeispiel einer satirisch-philosophischen Prosakunst mit poetischer Grundierung: originelle Fabeln, Szenen über das Schicksal des Menschengeschlechts in seinen "Irrungen und Wirrungen" - eine erzählende Philosophie, die Nietzsches Also sprach Zarathustra vergleichbar ist: anregende, von Geist und Witz nur so sprühende und melancholisch-heitere, meist dialogische Stücke in einer leichten und melodischen Prosa. Den Titel "Operette morali" (wörtlich: Moralische Werkchen) hat der Übersetzer latinisiert, da Leopardi an Plutarchs "Moralia" gedacht hat, Kroeber auch an Adornos "Minima Moralia".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2018
Giacomo Leopardis nach Art platonischer Dialoge verfasste moralische Betrachtungen in der "eleganten" Neuübersetzung von Burkhart Kroeber sind laut Rezensent Niklas Bender durch ihre Verwendung rhetorischer Mittel wie der Hyperbel, des Gegensatzes und der Steigerung wie auch ätzender Satire an die Schriften Voltaires und Diderots angelehnt. Leopardis Betrachtungen zum Leiden und zum Lachen erinnern aufs Schönste an diesen Meister der schwarzen Romantik, so Bender. Die alte Einleitung von Paul Heyse hingegen scheint Bender entbehrlich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2017
René Scheu freut sich über die "moderne" Neuübersetzung des großen Moralisten Giacomo Leopardi durch Burkhard Kroeber. Die ironischen Dialoge a la Lukian, die Leopardi hier laut Scheu raffiniert und mit "ungeheurer" Fantasie inszeniert, lassen den Rezensenten unter anderem die Untiefen der Gesinnungsethik erkennen. Schwere Themen leicht gefasst, wie das geht, zeigt ihm Leopardi und erfindet nebenher eine neue, schnörkellose Gedankenprosa, die den Rezensenten noch heute beeindruckt und ganz unmittelbar seine Laune hebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2017
Rezensentin Maike Albath entdeckt in dem vermeintlichen Melancholiker und Misanthropen Giacomo Leopardi intellektuelle Schärfe und literarische Kraft. Die witzigen philosophischen Erkenntnisse des kleinen Mannes aus Recanati, die hier in Auswahl vorliegen, vorzüglich kommentiert und übersetzt durch Burkhart Kroeber, wie Albath findet, reißen die Rezensentin mit. Obwohl Leopardi seinem Pessimismus freien Lauf lässt, wenn er mit den antiken Philosophen im Gepäck die "Welt als Materialist" betrachtet, verträgt Albath die Lektüre gut. Das liegt am "nie gellenden", eher sanften und heiteren Ton, in dem der Autor laut Albath Lehrbeispiele, Dialoge und Parabeln, Zeitgenossen und allegorische wie mythische Figuren präsentiert.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…